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<title>My RSS Feed</title><link>http://www.nasenst/index.html</link><description>Hot News&#x21;</description><dc:language>en</dc:language><language>en</language><dc:date>2026-07-02T13:24:00+02:00</dc:date><admin:generatorAgent rdf:resource="http://www.realmacsoftware.com/" />
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<lastBuildDate>Sun, 5 Jul 2026 21:55:30 +0200</lastBuildDate><item><title>Senf macht dumm</title><dc:subject>Kolumnen</dc:subject><dc:date>2026-07-02T13:24:00+02:00</dc:date><link>http://www.nasenst/blog/files/0d7951ec62c909567d437a9e8e77d031-88.html#unique-entry-id-88</link><guid isPermaLink="true">http://www.nasenst/blog/files/0d7951ec62c909567d437a9e8e77d031-88.html#unique-entry-id-88</guid><content:encoded><![CDATA[&laquo;Nimm nicht zu viel, Senf macht dumm,&raquo; hatte mein Vater oft gepredigt. Aber trotz der Hunderten von Hotdogs mit Senf, Bratw&uuml;rsten und Cervelats mit ebendiesem habe ich die Universit&auml;t geschafft. Nicht alle Ermahnungen meiner Eltern habe ich in den Wind geschlagen, aber den &ndash; gelegentlich etwas &uuml;berm&auml;ssigen &ndash; Genuss von Senf liess ich mir nicht nehmen. Dabei bin ich in bester Gesellschaft: Der franz&ouml;sische K&ouml;nig Louis XI. ging offenbar nie ohne sein Senft&ouml;pfchen aus seiner Residenz, aus lauter Angst, dass er einmal bei senfabstinenten Barbaren &uuml;bernachten m&uuml;sste, Papst Johannes XXII. wiederum ernannte einen seiner Neffen zum &bdquo;Grand moutardier du Pape&ldquo;, zum &bdquo;Grossen p&auml;pstlichen Senfbewahrer&ldquo; und der Sonnenk&ouml;nig Louis XIV. war vom Senf derart begeistert, dass er ihm ein eigenes Wappen gab.]]></content:encoded></item><item><title>Warum sich mit Bullshit punkten l&#xe4;sst</title><dc:subject>Kolumnen</dc:subject><dc:date>2026-05-05T15:03:00+02:00</dc:date><link>http://www.nasenst/blog/files/91f97b89658a1db1935bf1e244e69d98-87.html#unique-entry-id-87</link><guid isPermaLink="true">http://www.nasenst/blog/files/91f97b89658a1db1935bf1e244e69d98-87.html#unique-entry-id-87</guid><content:encoded><![CDATA[Der US-Philosoph Harry Frankfurt ver&ouml;ffentlichte 1986 den Essay &laquo;On Bullshit&raquo;. Seit dessen Erscheinen hat der Begriff nicht nur in akademischen Kreisen Furore gemacht, er ist auch generell salonf&auml;hig geworden. Die 20 Jahre sp&auml;ter erschienene Buchversion wurde innert K&uuml;rze zum Bestseller.<br />Die philosophische Definition von Bullshit lautet: &Auml;usserungen, die mit Gleichg&uuml;ltigkeit gegen&uuml;ber der Wahrheit erzeugt werden.<br />Wer &uuml;ber keine guten Argumente verf&uuml;gt, aber hochgestochen formuliert, steht in Diskussionen oft erstaunlich gut da. Es handelt sich dabei um eine wirksame Strategie. Ob Sie es glauben oder nicht, auch zum Thema Bullshit ((zu meiner Schulzeit hiess dies &laquo;Quatscht mit Sosse&raquo;)) wird geforscht. Gerade hat der Psychologe und - ja wirklich - Bullshit-Forscher John Petrocelli im &laquo;British Journal of Social Psychology&raquo; eine Studie publiziert, die genau das obenstehend Erw&auml;hnte nahelegt. Demnach erh&ouml;ht es die &Uuml;berzeugungskraft eines schwachen Argumentes, wenn dieses mithilfe funkelnder Bullshit-Phrasen maskiert und pr&auml;sentiert wird.<br />Also: Wer kein Argument ins Feld f&uuml;hren kann, der greift stante pede zur Bullshit-Hellebarde. Dies ist ein einfacher, bequemer Schritt, der wenig Energieaufwand bedeutet und keine lange Zeit um nachzudenken braucht. Der Schritt wirkt wie ein Angriff mit einer Hellebarde, die - halb Axt, halb Speer &ndash; sowohl f&uuml;r den direkten wie auch den nicht ganz nahen Nahkampf geeignet ist. Die Phrasen kommen wie eine Maschinengewehrsalve, die nur eben aus Worten besteht.<br />Der Bullshit ist im Grunde der Anfang vom Ende der Aufkl&auml;rung. Denn gegen faktennegierende &Uuml;berzeugungen kommt man leider mit Argumenten nicht an. Ein oft wiederholtes Credo lautet, man m&uuml;sse jede Meinung respektieren. Aber wenn letztere blanker Bl&ouml;dsinn ist, muss man das nicht. Es besteht sonst n&auml;mlich die Gefahr, dass wir am Ende alle immer d&uuml;mmer werden.]]></content:encoded></item><item><title>Lesen</title><dc:subject>Kolumnen</dc:subject><dc:date>2026-03-13T17:05:45+01:00</dc:date><link>http://www.nasenst/blog/files/0cb69e4f2a5e78122f317dcdbb76c84f-86.html#unique-entry-id-86</link><guid isPermaLink="true">http://www.nasenst/blog/files/0cb69e4f2a5e78122f317dcdbb76c84f-86.html#unique-entry-id-86</guid><content:encoded><![CDATA[Lesen h&auml;lt jung und den Geist wach. Wenn Sie l&auml;nger leben, ihren Stresslevel reduzieren, emotional intelligenter werden und ihren Wortschatz erweitern wollen, so sollten Sie m&ouml;glichst viel lesen. Denn wer viele B&uuml;cher liest, lebt nachweislich ges&uuml;nder.<br />Es scheint in der Tat wichtig, ob und wie viel man liest, leider etwas weniger was.<br />Das ist eigentlich schade, denn ich h&auml;tte mir gew&uuml;nscht, dass das Lesen meiner Texte einen betr&auml;chtlichen Anteil an Ihrer Konzentrationsf&auml;higkeit, Langlebigkeit und geistigen Frische h&auml;tte.<br />Lesen ist erwiesenermassen gesund. In einer 2016 publizierten Studie werteten Wissenschaftler am Institut f&uuml;r Gesundheitswesen der Universit&auml;t Yale Gesundheitsdaten aus, die w&auml;hrend zw&ouml;lf Jahren erhoben worden waren. Sie kamen zum Schluss, dass regelm&auml;ssige Lekt&uuml;re die Lebenserwartung um durchschnittlich zwei Jahre verl&auml;ngert. Dies offenbar dank der Stimulierung des Gehirns, der Verbesserung der Konzentrationsf&auml;higkeit und der Verminderung von Stress. Dies alles sei dazu angetan, den Abbau kognitiver F&auml;higkeiten zu verhindern oder zumindest zu verz&ouml;gern. Andere Faktoren wie Verm&ouml;gensverh&auml;ltnisse, Bildung oder sportliche Aktivit&auml;ten wurden bei der Studie herausgefiltert. Die Rede ist hier nat&uuml;rlich vom B&uuml;cher lesen. Es gibt zwar (noch) keine Studie dazu, aber wenn Sie nur SMS, WhatsApp-Mitteilungen, Ansichtskarten, Reklame, Gebrauchsanweisungen, Schundliteratur, Packungsbeilagen, das Fernsehprogramm oder Waschanleitungen lesen, werden diese Mechanismen wahrscheinlich nicht funktionieren. Nein, nein, Sie m&uuml;ssen schon ein ordentliches Buch zur Hand nehmen. Es muss ja nicht unbedingt &laquo; Die Suche nach der verlorenen Zeit&raquo;, &laquo;Die Br&uuml;der Karamasow&raquo; oder &laquo;Ulysses&raquo; sein, an denen schon namhafte Vielleser gescheitert sind. Tatsache ist, dass ein Buch mit knapp 900 Seiten wohltemperierte Langeweile verstr&ouml;mt, aber vielen B&uuml;cherw&uuml;rmern ist das eine zu grosse B&uuml;rde und sie m&ouml;chten lieber etwas weniger Aufwendiges, etwas weniger die Konzentration Forderndes lesen. Ihnen kommt wohl der Artikel &bdquo;Lesen &ndash; leicht gemacht&ldquo;, der k&uuml;rzlich in einem Printmedium erschienen ist, gerade gelegen. Erg&auml;nzt wurde der Beitrag durch eine Empfehlung der &laquo;besten B&uuml;cher unter 200 Seiten&raquo;, mit den Argumenten &bdquo;d&uuml;nne B&uuml;cher lassen sich gut mitnehmen und sind schnell durchgelesen&raquo;. Nat&uuml;rlich gibt es Leute, die sehr schnell lesen, wie es auch Vielleser und leidenschaftliche Leser gibt. Aber eigentlich besteht der Sinn des Lesens ja nicht darin in m&ouml;glichst kurzer Zeit m&ouml;glichst viele B&uuml;cher verschlungen zu haben. Der Schweizer Staatsrechtler und Laientheologe Carl Hilty &auml;usserte sich diesbez&uuml;glich absolut treffend, wenn er meinte: &bdquo;Die Bildung kommt nicht vom Lesen, sondern vom Nachdenken &uuml;ber das Gelesene.&ldquo;]]></content:encoded></item><item><title>L&#xe4;stern oder Der Meister Proper der Psyche</title><dc:subject>Kolumnen</dc:subject><dc:date>2026-01-13T09:36:15+01:00</dc:date><link>http://www.nasenst/blog/files/9a6d546e5cb756482214ed165b337dff-85.html#unique-entry-id-85</link><guid isPermaLink="true">http://www.nasenst/blog/files/9a6d546e5cb756482214ed165b337dff-85.html#unique-entry-id-85</guid><content:encoded><![CDATA[Im Mittelalter wurde vor allem Frauen, die sich in unangemessener Weise &uuml;ber andere &auml;usserten, ein L&auml;sterstein angelegt, ein mehrere Kilogramm schwerer Stein, der mittels einer Kette den S&uuml;nderinnen um den Hals gelegt wurde. Dabei handelte es sich um eine Form der Ehrenstrafe durch die Niedere Gerichtsbarkeit.<br />Aber l&auml;stern tut halt gut. <br />&laquo;Der Hackbraten von Marlies war trocken, hat mir nicht besonders geschmeckt. Deiner ist hundert Mal besser,&raquo; sagte Daniel zu seiner Frau als sie nach der Einladung bei M&uuml;llers nach Hause fuhren. &laquo;Ja ich denke schon, dass ich die bessere K&ouml;chin bin.&raquo; Das so als nonchalante Bemerkung Dahingesagte, die als Smalltalk  verkappte Kritik sowie die unaufgefordert ge&auml;usserte Selbstbeweihr&auml;ucherung erf&uuml;llen s&auml;mtliche Kriterien des L&auml;sterns: Jemanden in dessen Abwesenheit durch ver&auml;chtliches Gerede beleidigen. <br />Jetzt wollen Psychologen auch dem L&auml;stern eine positive Seite abgewinnen, indem sie betonen, dass es eine noble Funktion erf&uuml;lle, den gesellschaftlichen Zusammenhalt forciere. L&auml;stern habe ihrer Meinung nach zu Unrecht einen schlechten Ruf, denn L&auml;stern verbinde. &bdquo;Wenn wir zusammensitzen und uns &uuml;ber Dritte unterhalten, dann stellt das auch eine Beziehung zwischen uns und dem Zuh&ouml;rer her. Beide kennen in der Regel die Person, &uuml;ber die sie reden, interessieren sich f&uuml;r sie und tauschen sich &uuml;ber sie aus&ldquo;, sagt die Psychologin Myriam Bechtoldt, Professorin an der Universit&auml;t f&uuml;r Wirtschaft und Recht in Wiesbaden, &laquo;das macht meistens nicht nur Spass, sondern schmiedet auch ein Band zwischen den Gespr&auml;chspartnern.&raquo; Die Dame sieht das meiner Meinung nach etwas allzu sch&ouml;nf&auml;rberisch. Irgendwie kommt man auch nicht umhin zu vermuten, dass Bechtold offenbar keinen Unterschied zwischen L&auml;stern und Klatschen macht. 3Unterst&uuml;tzung f&uuml;r ihre positivistische Ansicht des L&auml;sterns findet die Psychologin jedoch durch die moderne, im Oxford Handbook of Gossip and Reputation nachzulesende, Definition: &bdquo;L&auml;stern bedeutet im Grunde nur, dass Menschen Informationen &uuml;ber eine dritte, nicht anwesende Person austauschen und diese bewerten. Die Bewertung kann sowohl positiv als auch negativ ausfallen&ldquo;. &bdquo;Indem ich die Handlungen und Aussagen von Personen in meinem Leben mit anderen bespreche, pr&uuml;fe ich auch, ob mein eigener Standpunkt valide ist&ldquo;, erkl&auml;rt Bechtoldt. L&auml;stern erm&ouml;gliche so, sich in der Gesellschaft zu verorten. Sie r&auml;umt jedoch ein, dass es sie durchaus gebe, die b&ouml;sen Zungen, Menschen, die Missgeschicke, Fehltritte und Peinlichkeiten anderer weitererz&auml;hlen, um deren Ruf zu sch&auml;digen, oder die mit Vorliebe abwertend &uuml;ber andere reden. Die Psychologin meint jedoch, dass die Menschen in den seltensten F&auml;llen etwas B&ouml;ses im Sinn h&auml;tten, wenn sie l&auml;sterten. Ich hege da so meine leisen Zweifel. Wer heimlich &uuml;ber Abwesende spricht, der kann doch eigentlich nichts Gutes im Schilde f&uuml;hren. ]]></content:encoded></item><item><title>Kairos oder Wie man die Gelegenheit beim Schopf packt</title><dc:subject>Kolumnen</dc:subject><dc:date>2026-01-06T11:09:00+01:00</dc:date><link>http://www.nasenst/blog/files/d4807c4a45a876984c07c37d29f6895d-84.html#unique-entry-id-84</link><guid isPermaLink="true">http://www.nasenst/blog/files/d4807c4a45a876984c07c37d29f6895d-84.html#unique-entry-id-84</guid><content:encoded><![CDATA[Wenn man es nicht besser w&uuml;sste, d&auml;chte man Kairos sei eine der kleineren griechischen Inseln. Weit gefehlt! Wir sprechen hier auch nicht vom Genitiv der Hauptstadt &Auml;gyptens, sondern von der g&uuml;nstigen Gelegenheit, dem rechten Augenblick. Es handelt sich um einen religi&ouml;s-philosophischen Begriff f&uuml;r den g&uuml;nstigen Zeitpunkt einer Entscheidung, dessen ungenutztes Verstreichen nachteilig sein k&ouml;nnte. In der griechischen Mythologie wurde der g&uuml;nstige Zeitpunkt als Gottheit namens Kairos personifiziert. Im Gegensatz dazu steht Chronos, der in ebendieser Mythologie die Personifizierung der Zeit verk&ouml;rpert. Er wird teilweise mit dem Titanen Kronos identifiziert und versinnbildlicht den Ablauf der Zeit und auch die Lebenszeit.<br />Den Gott, der uns manchmal so arg in Beschlag nimmt, dass wir richtige und wichtige Gelegenheiten verpassen, nannten die Griechen Chronos. Er ist der Gott mit der Sanduhr, die das Vergehen der Zeit anzeigt. Wer nach Chronos lebt, wer also nach der Uhr, dem Chronometer, lebt, der hat nie Zeit, ist immer gestresst und &auml;rgert sich oft dar&uuml;ber. Wer allerdings nach Kairos lebt, der hat Zeit und nimmt sich die Zeit, um den richtigen Zeitpunkt abzuwarten, um dann auch im richtigen Moment zuzugreifen. In der Psychologie hat Kairos unter dem Begriff Kairophobie Eingang gefunden. Diese bezeichnet eine Situationsangst, die Angst, Entscheidungen zu f&auml;llen. Kairos wird oft als Gott des gl&uuml;cklichen Augenblicks bezeichnet. Er hat jedoch mit dem Gl&uuml;ck, dem wir alle hinterherrennen, nichts zu tun. In einer Arbeitswelt der Effizienz, Leistungsoptimierung und Abrufbarkeit hat er kaum noch etwas zu suchen. Darum ist diese Welt auch so arg ungl&uuml;cklich und gestresst. ]]></content:encoded></item><item><title>Von Elfenbeint&#xfc;rmen&#x2c; Kartenh&#xe4;usern&#x2c; Luftschl&#xf6;ssern und anderen ideellen Geb&#xe4;uden</title><dc:subject>Kolumnen</dc:subject><dc:date>2025-11-09T14:58:23+01:00</dc:date><link>http://www.nasenst/blog/files/424019aa9c0209f47df16c2b17e426ff-83.html#unique-entry-id-83</link><guid isPermaLink="true">http://www.nasenst/blog/files/424019aa9c0209f47df16c2b17e426ff-83.html#unique-entry-id-83</guid><content:encoded><![CDATA[Obwohl es die Erbauer ganz anders vorgesehen hatten, so kann ich Ihnen als Sachverst&auml;ndiger f&uuml;r Architekturfragen sagen, dass alle Geb&auml;ude der EU in Br&uuml;ssel Elfenbeint&uuml;rme sind. Die Bilder, welche man im Internet zu sehen bekommt sind allesamt Fakes. Da sind keine Glaspal&auml;ste oder Betonkuben. Das runde Geb&auml;ude des EU-Parlamentes - um ein Beispiel zu nennen - hat man mit einer Metall-Glaskonstruktion verschalt um das Elfenbein zu cachieren. Insbesondere Institutionen, aber nicht nur die Universit&auml;ten, sondern auch &Auml;mter, Ministerien und Beh&ouml;rden sind Weltmeister darin, ihre Elfenbeint&uuml;rme zu camouflieren. Das Bundeshaus in Bern, das Kanzleramt in Berlin oder das Elysee in Paris als weitere Beispiele sind allesamt verkappte Elfenbeint&uuml;rme. <br />Aber das Elfenbein ist nicht nur ein mysteri&ouml;ses, geheimnisumwobenes Baumaterial, sondern in den R&auml;umen solcher Geb&auml;ude spriesst auch eine ganz spezielle, verwerfliche Mentalit&auml;t. Es ist ein gerade unsittliches Gebaren, dass die Leute in den Elfenbeint&uuml;rmen eine stark spezialisierte Fachsprache entwickelt haben, welche von Nichteingeweihten kaum oder gar nicht verstanden wird. Trotzdem wird dieses Geschwurbel dann in der Kommunikation mit der Allgemeinheit angewandt, obwohl oder eben gerade weil man weiss, dass man als Fachmann auf diesem Wege unverstanden bleibt. So erspart man sich Antworten auf unliebsame Erkundigungen. Man h&auml;lt sich damit einerseits Nachfragen, andererseits aber auch Anschuldigungen vom Leibe. Auch ein &uuml;berdurchschnittlich gebildeter B&uuml;rger kann das betreffende Gebiet (?) &uuml;ber den fachspezifischen Jargon nicht unbedingt verstehen, was als unvermeidliche &ndash; mandarf ruhig unterstellen oft auch begr&uuml;ssenswerte &ndash; Tatsache hingenommen wird. Auch die sogenannte Selbstreferenzialit&auml;t ist eine Elfenbeinturmmentalit&auml;t, denn es handelt sich dabei eindeutig um den Versuch, Quellen und Verweise als objektive Untermauerung des eigenen Standpunktes zu erw&auml;hnen, die aber letzten Endes direkt oder indirekt aus eigener Feder stammen.]]></content:encoded></item><item><title>Diktaturen ohne Diktator</title><dc:subject>Kolumnen</dc:subject><dc:date>2025-09-01T14:12:00+02:00</dc:date><link>http://www.nasenst/blog/files/9b7b9b1f67a8b532f06616710ddd80c5-82.html#unique-entry-id-82</link><guid isPermaLink="true">http://www.nasenst/blog/files/9b7b9b1f67a8b532f06616710ddd80c5-82.html#unique-entry-id-82</guid><content:encoded><![CDATA[Da w&auml;re zum einen die Diktatur der Experten und Pseudoexperten. <br />F&uuml;r alles und jedes kann man heutzutage einen Experten aus dem Hut zaubern. Experten wollen uns glauben machen, dass man die Welt und ihre Probleme nicht anders sehen, geschweige denn l&ouml;sen kann, als sie es uns erkl&auml;ren wollen. Jedes Mittel ist ihnen recht, um sich ausgiebig Geh&ouml;r zu verschaffen. Sie haben jedoch nichts anderes im Sinn als eine Expertokratie zu etablieren. Wir erleben zur Zeit geradezu eine Pandemie der Expertokratie. Gewisse Zeichen deuten sogar darauf hin, dass die vielfach selbsternannten  Experten nicht nur eine Expertokratie etablieren wollen, sondern im Gange sind geradezu Diktatur zu errichten, welche sie im Notfall mittels Notrecht zementieren. Das Corona-Virus zum Beispiel hat Tausende von Expertinnen und Experten weltweit hervorgebracht, die ihre Meinungen, Witze und Urteile &uuml;ber die Pandemie t&auml;glich in den sozialen Medien absonderten. Jeder der schon mal das Wort Virus geh&ouml;rt hatte oder wusste wie man es korrekt schreibt, wurde stante pede zum Experten erhoben, denn alle Radio- und Fernsehstationen sowie jegliches K&auml;seblatt und nat&uuml;rlich die verschiedensten Internet- respektive Social-Media-Communities brauchten dringend Experten, um die ihr richtig erscheinende Ideologie betreffend dieses Virus zu verbreiten.]]></content:encoded></item><item><title>Schreiben oder Warum Platon die Schrift verteufelte </title><dc:subject>Kolumnen</dc:subject><dc:date>2025-07-21T13:21:02+02:00</dc:date><link>http://www.nasenst/blog/files/c75f6a7fb724cb0fcd7e92a8169b9258-81.html#unique-entry-id-81</link><guid isPermaLink="true">http://www.nasenst/blog/files/c75f6a7fb724cb0fcd7e92a8169b9258-81.html#unique-entry-id-81</guid><content:encoded><![CDATA[Zum Thema Schreiben kommt mir als Erstes eigenartigerweise das Adjektiv gonzo in den Sinn. Erst in zweiter und dritter Linie sehe ich Jean Paul Sartre mit einer Zigarette l&auml;ssig im Mund, in einem Pariser Bistro, einen Text in sein Notizbuch schreiben oder Ernest Hemingway konzentriert vor seiner Schreibmaschine sitzen.<br />Zum Begriff Gonzo: Bei der Lekt&uuml;re eines Artikels &uuml;ber den Journalisten Hunter S. Thompson, hatte der Begriff Gonzo-Journalismus mein Interesse geweckt. Thompson hatte diese Art von Journalismus eigentlich eher durch Zufall kreiert, indem wegen eines Terminproblems, ein ganz und gar unausgereiftes Manuskript von ihm publiziert werden musste, worauf der zust&auml;ndiger Redaktor diese Art von Text eben als Gonzo-Journalismus bezeichnete. Das Charakteristische daran ist, dass der Gonzo-Journalist sein eigenes Erleben in den Vordergrund stellt. Er schreibt radikal subjektiv, mit starken Emotionen und absichtlichen &Uuml;bertreibungen. Die Grenze zwischen realen und fiktiven Erlebnissen verschwimmt dabei gr&ouml;sstenteils. Als Stilelemente werden Sarkasmus, Schimpfw&ouml;rter, Polemik, Humor und Zitate verwendet. Wenn ich all dies etwas &uuml;berdenke, so komme ich zur Feststellung, dass meine Texte auch von Gonzo angehaucht sind. Nach strengen journalistischen Kriterien handelt es sich beim Gonzo-Journalismus gar nicht um Journalismus sondern um Literatur. Das ist aus meiner Sicht ja geradezu perfekt. Das Adjektiv gonzo steht nun also seit damals als englischer Slang-Ausdruck f&uuml;r &bdquo;aussergew&ouml;hnlich&ldquo;, &bdquo;exzentrisch&ldquo; beziehungsweise &bdquo;verr&uuml;ckt&raquo;. In Bezug auf den Journalismus kann man es etwa mit &bdquo;deutlich von den Gef&uuml;hlen des Verfassers gepr&auml;gt&ldquo; und &bdquo;angef&uuml;llt mit bizarren oder subjektiven Vorstellungen, Kommentaren und dergleichen&ldquo; &uuml;bersetzen. Angefeuert von seinem Verleger wurde Thompson durch sein weiteres Schaffen zum bedeutendsten Vertreter des Gonzo-Journalismus. Er definierte den Gonzo-Stil f&uuml;r sich selbst als einen &bdquo;professionellen Amoklauf&ldquo;. Der Journalist m&ouml;chte &uuml;ber ein bestimmtes Ereignis schreiben, das im Extremfall - sollte es gar nicht eintreten - auch selbst arrangiert werden kann. Durch die Technik der Neuen Medien, zum Beispiel in Blogs, erlebt der Gonzo-Journalismus seit den 2000er Jahren eine wahrhafte Renaissance.]]></content:encoded></item><item><title>Von Enten&#x2c; Momenten und Monumenten</title><dc:subject>Kolumnen</dc:subject><dc:date>2025-06-08T13:25:28+02:00</dc:date><link>http://www.nasenst/blog/files/f6b96dc41eff7c8427194f7bf77b5b26-80.html#unique-entry-id-80</link><guid isPermaLink="true">http://www.nasenst/blog/files/f6b96dc41eff7c8427194f7bf77b5b26-80.html#unique-entry-id-80</guid><content:encoded><![CDATA[<h2>Leseprobe aus "Mit meinem Senf dazu"</h2>(Siehe Rubrik "B&uuml;cher")<br /><br />Von ganz speziellen Enten ist hier die Rede. Da w&auml;re zun&auml;chst der Citro&euml;n 2CV, genannt D&ouml;schwo, welcher in deutschen Landen aus nicht nachvollziehbaren Gr&uuml;nden den Spitznamen &laquo;Ente&raquo; erhielt. Vor dem Zweiten Weltkrieg, im Herbst 1935, hatte Pierre Boulanger, damals Patron von Citro&euml;n, eine Vision betreffend eines Autos f&uuml;r die Landbev&ouml;lkerung, da 48% von Frankreich rurales Gebiet war: &laquo;Ein Auto, das zwei Bauern mit Stiefeln, f&uuml;nfzig Kilo Kartoffeln oder ein Fass mit einer H&ouml;chstgeschwindigkeit von 60 km/h transportieren kann und dabei drei Liter Benzin pro Hundert Kilometer verbraucht. Dieses Fahrzeug muss die schlechtesten Strassen befahren k&ouml;nnen und leicht genug sein, um von einem Fahranf&auml;nger problemlos gehandhabt zu werden. Der Komfort muss einwandfrei sein: Die auf der Ladefl&auml;che transportierten Eierk&ouml;rbe m&uuml;ssen unversehrt ankommen. Seine &Auml;sthetik ist mir egal.&raquo; Das waren die Vorgaben f&uuml;r das nachmalige Kult-Auto Citro&euml;n 2CV.<br />Bis 1937 wurden neunundvierzig Prototypen zusammengebaut. Ungef&auml;hr zweihundert erste Serienexemplare folgten kurz vor dem Krieg. Nur f&uuml;nf haben &uuml;berlebt. Die endg&uuml;ltige Silhouette der &laquo;Ente&raquo; ist 1947 eingefroren.<br />Am 27. Juli1990 lief der allerletzte D&ouml;schwo vom Band. Es war die f&uuml;nfmillioneneinhundervierzehntausendneunhunderteinundsechzigste &laquo;Ente&raquo;. Meine Beziehung zur D&ouml;schwo-Ente ist sozusagen etwas intim, denn anno 1973 fuhr ich w&auml;hren den langen Semesterferien mit drei Studienkollegen in zwei solchen Fahrzeugen von Luzern nach Kathmandu und zur&uuml;ck. 26'000 Kilometer auf dem damals ber&uuml;hmten Hippie-Trail.<br />Bei der sogenannten Zeitungsente hingegen handelt es sich um eine Geschichte, die nicht stimmt. Es geht dabei um eine Geschichte oder Nachricht von etwas, das es nicht gibt oder das nicht passiert ist. In fr&uuml;heren Zeiten war es mehr als plausibel anzunehmen, dass der Journalist, der die Zeitungsente verfasst hat, sich irrte. ]]></content:encoded></item><item><title>Aberglaube&#x2c; Bauern- und Faustregeln</title><dc:subject>Kolumnen</dc:subject><dc:date>2025-04-22T14:23:00+02:00</dc:date><link>http://www.nasenst/blog/files/e69da23ec1f0714f1d44bedb93655091-79.html#unique-entry-id-79</link><guid isPermaLink="true">http://www.nasenst/blog/files/e69da23ec1f0714f1d44bedb93655091-79.html#unique-entry-id-79</guid><content:encoded><![CDATA[<h2>Hommage an Peter Bichsel (1935-2025)</h2>Peter Bichsel hat mich mit seinen Kolumnen zum Schreiben animiert.<br /><br /><span style="font:13px HelveticaNeue-Italic; "><em>In der kolumnenverr&uuml;ckten Schweiz waren Bichsels Kolumnen die einzigen, deren man nie &uuml;berdr&uuml;ssig wurde.<br /></em></span><br />Und jetzt auch noch dies: Aberglaube sei biologisch sinnvoll und k&ouml;nne einen &Uuml;berlebensvorteil darstellen, behauptet nicht etwa ein Esoterik-Guru, sondern Peter Brugger, Biologe und Professor f&uuml;r Verhaltensneurologie. Da wird man ja nicht nur als naturwissenschaftlich Geschulter sondern auch als Rationalist schon etwas neugierig. <br />Mit dem Aberglauben ist es so eine Sache: Immer mal wieder ertappt man sich dabei von einem Aberglauben mitgerissen zu werden. Dann stellt sich relativ schnell ein unangenehmes Gef&uuml;hl ein, weil man realisiert, dass sich dahinter ein irrationales unverst&auml;ndliches Ph&auml;nomen versteckt. Es sind ja nicht alle Leute esoterisch veranlagt, so dass sie etwas Irrationales, R&auml;tselhaftes bis Nebul&ouml;ses zu begreifen vorgeben. Nur Eingeweihte k&ouml;nnen offenbar das alles verstehen, dessen praktischer Nutzen eher nur theoretischer Natur ist. <br />Seit jeher attribuieren die Menschen bestimmten Gegenst&auml;nden oder Begebenheiten etwas Mystisches oder Transzendentales. Wie Tausende von Jahre alte H&ouml;hlenmalereien und Grabbeigaben suggerieren, haben sie allezeit an Spirituelles, &Uuml;bersinnliches geglaubt.<br />Als Aberglaube wird jeder Glaube an die Wirksamkeit &uuml;bernat&uuml;rlicher Kr&auml;fte in bestimmten Personen und Dingen, welche die meisten als irrsinnig abtun, definiert.<br />Goethe soll einmal gesagt haben: &laquo;Aberglaube ist die Poesie des Lebens.&raquo;<br />Aberglaube ist der Glaube an das &Uuml;bersinnliche. Er entstand Ende des Mittelalters in der christlichen Religion. Von der Kirche wurde er als unchristlich verurteilt. Mit der Diskriminierung des Aberglaubens wollte sich die geistliche Macht elegant reformatorische und sektiererische Einfl&uuml;sse vom Leibe halten. Der Vorwurf des Aberglaubens richtete sich insbesondere gegen Kritiker der Kirche und Reformatoren ebenso wie gegen Naturwissenschaftler, die das Weltbild der Kirche in Frage stellten.<br />Der Glaube an nicht Erkl&auml;rbares war im Mittelalter sehr ausgepr&auml;gt.]]></content:encoded></item><item><title>Cocerokratie oder Wir schnallen den G&#xfc;rtel weiter</title><dc:subject>Kolumnen</dc:subject><dc:date>2025-03-12T12:41:41+01:00</dc:date><link>http://www.nasenst/blog/files/8f208a1d22aed897eea6c15f6d764448-78.html#unique-entry-id-78</link><guid isPermaLink="true">http://www.nasenst/blog/files/8f208a1d22aed897eea6c15f6d764448-78.html#unique-entry-id-78</guid><content:encoded><![CDATA[<h2>Leseprobe aus "Mit meinem Senf dazu"</h2>(Siehe Rubrik "B&uuml;cher")<br /><br />Nat&uuml;rlich kennen Sie das wohl zur Zeit popul&auml;rste und seit Jahren erfolgreichste Unterhaltungsgenre im Fernsehen. Es sind in der Tat nicht Krimi, auch nicht Quizshows oder Tiersendungen, sondern: Die Kochshows! Permanent wird in der Flimmerkiste gesotten, geschmort und gebraten. Man kann den Fernseher einstellen wann man will, rauf und runter zappen was das Zeug - gemeint ist die Fernsteuerung &ndash; h&auml;lt, auf jedem x-beliebigen Sender findet man sich als Erstes in einer Studiok&uuml;che wieder, wo in rekordverd&auml;chtigem Tempo Gem&uuml;se gehackt, in verschiedensten Pfannen Saucen ger&uuml;hrt und vor allem sehr viel geplaudert wird. Hier wird flambiert, blanchiert, tranchiert, es wird abgeschreckt und aufgedeckt, passiert und serviert. <br />W&auml;hrend Kochsendungen in fr&uuml;heren Jahren K&ouml;nnen und Wissen vermittelt haben, so ist in den letzten Jahren ein Paradigmawechsel eingetreten. Mit der Kommerzialisierung des Fernsehens trat der belehrende Nutzwert zusehends in den Hintergrund, Entertainment wurde wichtiger. Pl&ouml;tzlich wurde an den T&ouml;pfen vor allem geschwatzt, getratscht, gequatscht, palavert und parliert. Kochsendungen wurden zu einem Art Subgenre der Talkshow.<br />Aber der Reihe nach.]]></content:encoded></item><item><title>Vorteile&#x2c; Urteile und Vorurteile</title><dc:subject>Kolumnen</dc:subject><dc:date>2025-01-31T15:24:00+01:00</dc:date><link>http://www.nasenst/blog/files/8939dbffab743feff4035524a619aeca-77.html#unique-entry-id-77</link><guid isPermaLink="true">http://www.nasenst/blog/files/8939dbffab743feff4035524a619aeca-77.html#unique-entry-id-77</guid><content:encoded><![CDATA[<h2>Leseprobe aus "Mit meinem Senf dazu"</h2>(Siehe Rubrik "B&uuml;cher")<br /><br />Nicht nur beim Tennisspiel ist es von Vorteil, wenn man Vorteil hat. Gute Karten hat auch, wer &uuml;ber Evolutionsvorteile verf&uuml;gt. Die treibende Kraft hinter der Evolution ist der Wettbewerb. Die am besten angepassten Lebewesen &uuml;berleben, die anderen gehen unter. Nach Charles Darwin bestimmen zwei Grundregeln den Sieger: die Mutation, also die permanente genetische Ver&auml;nderung und die Selektion, die nat&uuml;rliche Auswahl der fittesten Kreaturen. Der Evolutionstheoretiker Martin Nowak ist allerdings der &Uuml;berzeugung, dass eine dritte Kraft genauso lenkend eingreift, n&auml;mlich die Kooperation. Sie ist f&uuml;r ihn die &bdquo;Architektin der Kreativit&auml;t, die immer neue Gesch&ouml;pfe hervorbrachte.&ldquo; Kooperation bedeutet evolutionsm&auml;ssig gesehen einen riesigen Gewinn. Zwar kann ein einzelnes Individuum durchaus fitter sein als seine Mitkonkurrenten, aber wenn letztere zusammenarbeiten, dann bew&auml;ltigen sie gemeinsam den &Uuml;berlebenskampf besser. Wer also kooperiert, kommt weiter als jemand, der sich allein durchk&auml;mpft. Kooperation erh&ouml;ht Effektivit&auml;t und Schutz f&uuml;r die Gruppe. Auch Langlebigkeit, aufrechter Gang, lange Beine, Singen, Hyperaktivit&auml;t und Monogamie bedeuten nach der Meinung einiger Theoretiker evolutionsm&auml;ssig eine &Uuml;berlegenheit. Einen Vorsprung gegen&uuml;ber anderen wird auch noch folgenden Evolutionsvorteilen zugeschrieben: Dem Altruismus, der Handhabung des Feuers, der F&auml;higkeit Emotionen zu erkennen, die Wahrnehmung von Bitterkeit, der Speichel oder ein schlechter Charakter. M&auml;nner mit einem schlechten Charakter haben insofern einen Evolutionsvorteil, als fiese Jungs und Draufg&auml;nger die meisten und sch&ouml;nsten Frauen kriegen. Dies offenbar weil bei ihnen drei Charaktereigenschaften besonders ausgepr&auml;gt sind: eine gr&ouml;ssere Selbstverliebtheit, eine gr&ouml;ssere Gef&uuml;hllosigkeit und ein st&auml;rkeres Bestreben, andere zu manipulieren und zu beherrschen. Die Entdeckung des Feuers - genauer genommen dessen kontrollierter Gebrauch - erm&ouml;glichte den Menschen das Kochen. Die M&ouml;glichkeit Nahrung kochen zu k&ouml;nnen, verlieh dem Homo sapiens einen enormen Evolutionsvorteil, denn die Menschen konnten so eine gr&ouml;ssere Bandbreite von Nahrungsmitteln zu sich nehmen, sie sparten Zeit beim Essen &ndash; im Gegensatz zu den Schimpansen, die weiterhin stundelang auf ihrer Rohkost herumkauen mussten &ndash; und sie kamen mit kleineren Z&auml;hnen und k&uuml;rzeren D&auml;rmen aus, was einer gewaltigen Energieeinsparung gleichkam.]]></content:encoded></item><item><title>Arschloch oder Die Malediktologie</title><dc:subject>Kolumnen</dc:subject><dc:date>2024-12-14T13:10:29+01:00</dc:date><link>http://www.nasenst/blog/files/d78d4e50d715567375ae6246d530d2c3-76.html#unique-entry-id-76</link><guid isPermaLink="true">http://www.nasenst/blog/files/d78d4e50d715567375ae6246d530d2c3-76.html#unique-entry-id-76</guid><content:encoded><![CDATA[<h2>Leseprobe aus "Mit meinem Senf dazu"</h2>(Siehe Rubrik "B&uuml;cher")<br /><br />Es ist kaum zu glauben wie viele Arschl&ouml;cher auf der Welt herumlaufen, wenn man den wiederholten hunderttausenden Anschuldigungen Glauben schenken will. Ausser in Italien und Spanien, aber davon sp&auml;ter. Noch kaumer zu glauben ist, dass es tats&auml;chlich Leute gibt, die sich wissenschaftlich mit Schimpfw&ouml;rtern und dem Fluchen auseinandersetzen. Einer davon ist Daniel Gutzmann, Linguist und Dozent an der Universit&auml;t K&ouml;ln. Seine Wissenschaft der Malediktologie untersucht, wie Schimpfw&ouml;rter funktionieren und weshalb im Deutschen so oft F&auml;kalw&ouml;rter fallen wie in kaum einer anderen Sprache, zudem warum Fluchen gesund ist.<br />Schimpfw&ouml;rter sind inzwischen so ubiquit&auml;r und auch inflation&auml;r, dass es nur logisch ist, dass sich Sprachwissenschaftler nun auch intensiv mit diesen und insbesondere mit F&auml;kalw&ouml;rtern auseinandersetzen. Es scheint dies ein Zeichen der Zeit &ndash; und meiner Meinung nach eines der generellen Dekadenz &ndash; zu sein. Nicht nur Sprachwissenschaftler, nein auch Gehirnforscher besch&auml;ftigen sich mit dem Fluchen. Unter dem Titel &laquo;Fluchen Sie ruhig &ndash; das macht Sie st&auml;rker!&raquo; war vor kurzem ein Interview mit dem Neurowissenschaftler Henning Beck zu lesen. Gem&auml;ss seiner Studien scheinen Schimpfworte einen psychologischen Nutzen zu haben, denn Menschen ertragen zum Beispiel k&ouml;rperliche Schmerzen besser, wenn sie fluchen. Der Grund daf&uuml;r, so Beck, ist die Tatsache, dass das Gehirn schlecht zwei Sachen gleichzeitig machen kann. Eine Handlung wie das Schimpfen f&uuml;hrt dazu, dass man sich mehr auf das Fluchen konzentriere und das Gehirn von der unangenehmen Situation abgelenkt werde. Es m&uuml;ssen aber echte Schimpfw&ouml;rter sein, nichts K&uuml;nstliches, Verkopftes. Etwas, bei dem man emotional wirklich dabei ist. Dann f&uuml;hle man sich nach dem Fluchen tats&auml;chlich besser.]]></content:encoded></item><item><title>Selbstgespr&#xe4;che</title><dc:subject>Kolumnen</dc:subject><dc:date>2024-11-01T20:51:00+01:00</dc:date><link>http://www.nasenst/blog/files/acb74591526b6f5cf2486c55d2609242-75.html#unique-entry-id-75</link><guid isPermaLink="true">http://www.nasenst/blog/files/acb74591526b6f5cf2486c55d2609242-75.html#unique-entry-id-75</guid><content:encoded><![CDATA[<h2>Leseprobe aus "Mit meinem Senf dazu"</h2>(Siehe Rubrik "B&uuml;cher")<br /><br />Jahrelang wurde jemand der Selbstgespr&auml;che f&uuml;hrte, als senil abgestempelt. Das jagt mir Angst ein, denn wiederholt ertappe ich mich, wie ich &laquo;Warum geht das jetzt nicht?&raquo; oder &laquo;Wo habe ich den verdammten Schl&uuml;ssel hingelegt?&raquo; vor mich hin murmle und sehe mich schon als sozial ge&auml;chteter vor den Toren einer psychiatrischen Klinik stehen. Selbstgespr&auml;che, das machen doch nur Verr&uuml;ckte und Spinner!<br />Und nun dies: &laquo; Selbstgespr&auml;che helfen der Impulskontrolle, sie f&ouml;rdern die Konzentration und unterst&uuml;tzen die Planung von Handlungen.&raquo; Genau dieser Text war  k&uuml;rzlich in einer Tageszeitung zu lesen. Das hat mein Weltbild grundlegend ver&auml;ndert und mein Selbstwertgef&uuml;hl schlagartig in die Stratosph&auml;re katapultiert. Es ist einem neuen Zeitgeist und insbesondere der Psychologie - zu welcher ich eigentlich ein deutlich zwiesp&auml;ltiges Verh&auml;ltnis habe- zu verdanken, dass den Selbstgespr&auml;chen ein neuer, durchaus positiver Stellenwert zugesprochen wird.]]></content:encoded></item><item><title>Die etwas andere Globalisierung</title><dc:subject>Kolumnen</dc:subject><dc:date>2024-10-21T20:48:08+02:00</dc:date><link>http://www.nasenst/blog/files/cc97a7aefa01f8da69a1dae604fb91ec-74.html#unique-entry-id-74</link><guid isPermaLink="true">http://www.nasenst/blog/files/cc97a7aefa01f8da69a1dae604fb91ec-74.html#unique-entry-id-74</guid><content:encoded><![CDATA[Am alten Hafen von Marseille steht auf der westlichen Mole ein kleines, l&auml;ngliches Geb&auml;ude, die &bdquo;Intendence Sanitaire&ldquo;. Die 1719 erbaute Einrichtung diente &Auml;rzten dazu ankommende Matrosen und Fahrg&auml;ste von Schiffen, die aus fremden L&auml;ndern nach Marseille fuhren, bez&uuml;glich Gesundheit respektive Seuche zu untersuchen und notfalls in Quarant&auml;ne zu stecken. Die Marseiller Intendence Sanitaire war &uuml;ber Jahrzehnte das klassische Modell f&uuml;r die sanitarische Organisation in zahlreichen H&auml;fen des Mittelmeeres. Die Menschen haben sich also bereits sehr fr&uuml;h, will sagen vor 300 Jahren bereits, Gedanken &uuml;ber die Beeinflussung ihrer Gesundheit durch importierte Krankheitserreger gemacht und diesbez&uuml;glich Massnahmen ergriffen.<br />&bdquo;Globalisierung&ldquo; sagte Robert D. Kaplan k&uuml;rzlich in einem Interview, &bdquo;ist nichts anderes als Containerschiffahrt.&ldquo; Das wieerum besagt nicht anderes, als dass Waren von Australien nach Amerika, von Amerika nach Europa, von Europa nach Afrika, von Afrika nach Asien und von Asien nach Australien verschifft werden. Meiner bescheidenen Meinung nach ist die kontinuierliche Intensivierung des Luftverkehrs mit den zunehmend fallenden Preisen und die damit verbundene rege interkontinentale Reiset&auml;tigkeit ebenfalls ein nicht zu vernachl&auml;ssigender Faktor der Globalisierung, denn Globalisierung kann ja nicht nur als &ouml;konomischer Faktor betrachtet werden. Ob die Globalisierung ein Segen oder ein Fluch ist, bleibt im Moment noch eine offene Frage. ]]></content:encoded></item><item><title>Einkaufen</title><dc:subject>Kolumnen</dc:subject><dc:date>2024-09-24T13:08:47+02:00</dc:date><link>http://www.nasenst/blog/files/df4cba74ab504aedb90489c536300ce3-73.html#unique-entry-id-73</link><guid isPermaLink="true">http://www.nasenst/blog/files/df4cba74ab504aedb90489c536300ce3-73.html#unique-entry-id-73</guid><content:encoded><![CDATA[Einkaufen scheint im Moment unsere liebste Freizeitbesch&auml;ftigung zu sein. Aber warum eigentlich kommt einem beim Stichwort &bdquo;Einkauf&ldquo; stets zuerst ein &uuml;berbordender Einkaufswagen in den Sinn oder warum sieht man das Bild einer Dame mit mindestens je zwei Einkaufstaschen in jeder Hand vor sich? Sind wir alle schon so degeneriert, dass wir einkaufen automatisch mit einem Event in einem Supermarket oder gar in einer Einkaufs-Mall assoziieren sowie mit einem gigantischen Berg an Lebensmitteln oder sonstigem Zeugs? Kein Gedanke an einen Kr&auml;merladen oder eine B&auml;ckerei in der Altstadt, eine Metzgerei in der Dorfmitte oder eine Gew&uuml;rzhandlung in einem Aussenquartier. Aber man nennt uns ja nicht umsonst Konsumgesellschaft.<br />Schon bevor man den Laden betritt steht man vor der ersten H&uuml;rde: Soll ich lediglich einen Korb, einen Korb mit R&auml;dern oder gar einen Einkaufswagen nehmen? Bei den meisten Internet-Versandl&auml;den heisst es auch &bdquo;In den Einkaufswagen&ldquo; und nur selten &bdquo;In den Einkaufskorb&ldquo;, offenbar in der Annahme, dass ein Grosseinkauf stattfindet. <br />Wenn es eine Weltmeisterschaft im Einkaufen g&auml;be so k&ouml;nnte sich meine Frau problemlos bewerben.]]></content:encoded></item><item><title>Die Kraft der Symbole</title><dc:subject>Kolumnen</dc:subject><dc:date>2024-08-12T15:46:45+02:00</dc:date><link>http://www.nasenst/blog/files/25dee0d858e67be1ab4c5bb7a9f7f9dd-72.html#unique-entry-id-72</link><guid isPermaLink="true">http://www.nasenst/blog/files/25dee0d858e67be1ab4c5bb7a9f7f9dd-72.html#unique-entry-id-72</guid><content:encoded><![CDATA[Sattsam bekannt sind die Symbole f&uuml;r Gl&uuml;ck wie Marienk&auml;fer, Hufeisen, Kaminfeger sowie der vierbl&auml;ttrige Klee. Aber erinnern Sie sich noch daran, wie die Tatsache, dass Paul McCartney auf dem Cover des Beatles-Albums &bdquo;Sgt. Peppers Lonely Hearts Band&ldquo; barfuss abgebildet ist, damals als Hinweis - ja geradezu als Beweis - angef&uuml;hrt wurde, dass er gestorben sei. Ein krasses Beispiel f&uuml;r die Kraft der Symbole. <br />Unter einem Symbol versteht man ein bildhaftes, anschauliches, wirkungsvolles Zeichen f&uuml;r einen Begriff oder Vorgang, oft ohne erkennbaren Zusammenhang mit diesem. Symbole, wie sie in Religion, Mythos oder Kunst vorkommen, lassen sich in ihrer Bedeutung oft nicht rein rational &uuml;bersetzen oder interpretieren. Sie enthalten einen sogenannten Bedeutungs&uuml;berschuss.<br />H&auml;ufig verwendete Symbole sind etwa das Herz, stellvertretend f&uuml;r Liebe und Gesundheit, die Taube, welche f&uuml;r Frieden oder Liebe steht, der Baum, der Wachstum, Stabilit&auml;t und ewiges Leben symbolisiert oder die Eule, die Weisheit und Intelligenz repr&auml;sentiert. Gel&auml;ufig sind einem auch die unheilvollen Symbole Sense und Stundenglas. Sanduhren stehen f&uuml;r die Lebenszeit und damit auch die Sterblichkeit. Gl&auml;ser - zum Beispiel kostbar verzierte Gl&auml;ser, wie sie in Stillleben dargestellt werden - stehen einerseits f&uuml;r Luxus, andererseits versinnbildlicht die Klarheit des Glases Keuschheit. ]]></content:encoded></item><item><title>Talkshows oder Wo sind die Salonni&#xe8;res?</title><dc:subject>Kolumnen</dc:subject><dc:date>2024-07-12T12:28:00+02:00</dc:date><link>http://www.nasenst/blog/files/7c27369afec09adfc2ff5756ba536f3c-71.html#unique-entry-id-71</link><guid isPermaLink="true">http://www.nasenst/blog/files/7c27369afec09adfc2ff5756ba536f3c-71.html#unique-entry-id-71</guid><content:encoded><![CDATA[Talkshows wollen heutzutage das &uuml;bernehmen, was fr&uuml;her nur einigen Wenigen der Elite vorbehalten war, n&auml;mlich die Teilnahme an gepflegten Gespr&auml;chsrunden oder anderen kulturellen Veranstaltungen in den sogenannten Salons. Diese Demokratisierung inspirierter Konversationen w&auml;re eigentlich sehr begr&uuml;ssenswert.<br />Ein Salon war eine vom 17. bis ins 19. Jahrhundert verbreitete Form der Geselligkeit. Dabei handelte es sich vorwiegend um literarische Salons. Diese waren ein zumeist privater gesellschaftlicher Treffpunkt f&uuml;r Diskussionen, Gespr&auml;che und Lesungen. Daneben gab es auch k&uuml;nstlerische Salons unter anderem mit musikalischen Darbietungen aber auch politische und wissenschaftliche. Vor allem wohlhabende und gebildete Frauen, oft adeliger Herkunft, bet&auml;tigten sich als Gastgeberinnen und wurden in dieser Eigenschaft Salonni&egrave;re genannt. Die Gastgeber der bedeutendsten Salons waren nie die M&auml;chtigen. Aber gerade diese Position gestattete ihnen, das zu bieten, was ein Salon bieten musste: ein neutraler Boden f&uuml;r die verschiedensten Hierarchiestufen, Professionen und Temperamente. Die Salonni&egrave;re war in erster Linie Gastgeberin. Sie w&auml;hlte die eingeladenen G&auml;ste aus. Wenn n&ouml;tig, das heisst wenn das Gespr&auml;ch &ndash; das in diesen Salons keine ambiti&ouml;se oder gar feurige, geschweige denn auf Provokationen fussende Diskussion war - zu ersticken drohte, setzte sie mit einer feinen, nuancierten Frage oder Bemerkung das R&auml;derwerk der Unterhaltung wieder in Gang. Sie war so etwas wie ein Katalysator, der eine chemische Reaktion in Gang setzt. ]]></content:encoded></item><item><title>Die Kraft der Symbole</title><dc:subject>Kolumnen</dc:subject><dc:date>2024-06-20T12:27:14+02:00</dc:date><link>http://www.nasenst/blog/files/3264a46102a09d80735b4e42cca831ea-70.html#unique-entry-id-70</link><guid isPermaLink="true">http://www.nasenst/blog/files/3264a46102a09d80735b4e42cca831ea-70.html#unique-entry-id-70</guid><content:encoded><![CDATA[Sattsam bekannt sind die Symbole f&uuml;r Gl&uuml;ck wie Marienk&auml;fer, Hufeisen, Kaminfeger sowie der vierbl&auml;ttrige Klee. Aber erinnern Sie sich noch daran, wie die Tatsache, dass Paul McCartney auf dem Cover des Beatles-Albums &bdquo;Sgt. Peppers Lonely Hearts Band&ldquo; barfuss abgebildet ist, damals als Hinweis - ja geradezu als Beweis - angef&uuml;hrt wurde, dass er gestorben sei. Ein krasses Beispiel f&uuml;r die Kraft der Symbole. <br />Unter einem Symbol versteht man ein bildhaftes, anschauliches, wirkungsvolles Zeichen f&uuml;r einen Begriff oder Vorgang, oft ohne erkennbaren Zusammenhang mit diesem. Symbole, wie sie in Religion, Mythos oder Kunst vorkommen, lassen sich in ihrer Bedeutung oft nicht rein rational &uuml;bersetzen oder interpretieren. Sie enthalten einen sogenannten Bedeutungs&uuml;berschuss.<br />H&auml;ufig verwendete Symbole sind etwa das Herz, stellvertretend f&uuml;r Liebe und Gesundheit, die Taube, welche f&uuml;r Frieden oder Liebe steht, der Baum, der Wachstum, Stabilit&auml;t und ewiges Leben symbolisiert oder die Eule, die Weisheit und Intelligenz repr&auml;sentiert. Gel&auml;ufig sind einem auch die unheilvollen Symbole Sense und Stundenglas. ]]></content:encoded></item><item><title>Die Opferrolle</title><dc:subject>Kolumnen</dc:subject><dc:date>2024-05-22T13:43:00+02:00</dc:date><link>http://www.nasenst/blog/files/9bb28ea2c3c78e2c2ab75919031873a8-69.html#unique-entry-id-69</link><guid isPermaLink="true">http://www.nasenst/blog/files/9bb28ea2c3c78e2c2ab75919031873a8-69.html#unique-entry-id-69</guid><content:encoded><![CDATA[Als Mitglied irgendwelcher Minderheit, gereicht einem das zur Zeit zu unz&auml;hligen und ungeahnten Vorteilen. Nicht nur, dass man &uuml;berproportional wahrgenommen wird, sondern man geniesst auch allerlei Vorz&uuml;ge und Sonderbehandlungen. Diese k&ouml;nnen finanziell im Sinne von Subvention oder Unterst&uuml;tzung sein, oder gesellschaftlich, indem man einerseits umschw&auml;rmt und umgarnt wird andererseits jedoch als unantastbar gilt. Man geniesst eine Art &laquo;Welpenschutz&raquo;. Es wird erwartet, dass man diesen Teilen der Gesellschaft mit &uuml;berm&auml;ssiger Vorsicht und Behutsamkeit begegnet.<br />Sie selbst wiederum nehmen sich ungez&uuml;gelte Freiheiten heraus und erlauben <br />sich Dinge respektive Verhalten, f&uuml;r die andere Teile der Gesellschaft ge&auml;chtet werden. Mittlerweile werden diese Vorteile geradezu penetrant und lauthals eingefordert.<br />M&ouml;glich macht all dies die sogernannte Opferrolle. Sie ist zur Zeit eine Paraderolle f&uuml;r alle, die sich vom Normalen, vom sogenannten Mainstream abheben wollen.]]></content:encoded></item><item><title>Hohe Zeit f&#xfc;r Deklinologen</title><dc:subject>Kolumnen</dc:subject><dc:date>2024-03-01T13:33:00+01:00</dc:date><link>http://www.nasenst/blog/files/5e101e5f40df0aff2aceca5a3e7671bb-66.html#unique-entry-id-66</link><guid isPermaLink="true">http://www.nasenst/blog/files/5e101e5f40df0aff2aceca5a3e7671bb-66.html#unique-entry-id-66</guid><content:encoded><![CDATA[Wenn Sie meinen die Rede sei hier von einem Experten f&uuml;r ein Spezialgebiet der Grammatik, so sind Sie auf dem Holzweg. Obwohl ich zugeben muss, dass die Deklination in unserer Sprache arg unter die R&auml;der gekommen ist, will sagen nur noch wenige sich die M&uuml;he geben die korrekten Regeln der Beugung anzuwenden vor allem in E-Mails, Twitter-Beitr&auml;gen und SMSs. Aber die grassierende Unsitte macht auch vor den Printmedien nicht halt. Es w&auml;re tats&auml;chlich ein Gebot der Stunde Sachverst&auml;ndige f&uuml;r die Deklination zu ernennen, die auch den j&uuml;ngeren Generationen den korrekten Umgang mit der Beugung schmackhaft machen k&ouml;nnten. Die Deklination (vom Lateinischen declinare = beugen) beschreibt ja in der Grammatik einer Sprache formal die Regeln, nach denen bestimmte Wortarten (vor allem Substantive, Pronomen, Adjektive und Artikel) gem&auml;ss den grammatischen Kategorien Fall, Zahl und Geschlecht ihre Form ver&auml;ndern. Kennen Sie mit absoluter Sicherheit, die Grunds&auml;tze f&uuml;r die Deklination aller Substantive, n&auml;mlich, dass Feminina im Singular in der Regel unver&auml;nderlich, Nominativ, Genitiv und Akkusativ im Plural stets identisch und bei Feminina und Neutra jeweils Nominativ und Akkusativ in Singular und Plural stets identisch sind? Aber lassen wir das mal dahingestellt.]]></content:encoded></item><item><title>H&#xe4;ppchenkultur oder Wie Twitter (resp. X)zu Literatur wurde</title><dc:subject>Kolumnen</dc:subject><dc:date>2024-01-10T21:31:01+01:00</dc:date><link>http://www.nasenst/blog/files/db37e22067747937568c076efb00384b-64.html#unique-entry-id-64</link><guid isPermaLink="true">http://www.nasenst/blog/files/db37e22067747937568c076efb00384b-64.html#unique-entry-id-64</guid><content:encoded><![CDATA[Die Hochkulturen sind Vergangenheit. Wir leben aktuell in einer Welt verschiedenster Kulturen. Da gibt es unter anderem die Sklavenhalterkultur, die Pop-Kultur, die Freik&ouml;rperkultur oder die Weltver&auml;nderungskultur, die wir alle schon lange kennen.<br /><br />Neueren Datums sind die Trash-Kultur, die Verschweigenskultur, die Betroffenheitskultur, die Kommentarkultur und nat&uuml;rlich ganz aktuell die Willkommenskultur. <br /><br />Das Drehbuch der Kultur hat unterschiedlichste Autoren, die sich alle mit etwas besonders Extravagantem &uuml;berbieten wollen. <br /><br />Wenn Sie nun meinen, ich schreibe &uuml;ber die verschiedensten zeitgen&ouml;ssischen Kulturtypen, so liegen Sie v&ouml;llig falsch. Was ich im Sinn habe, ist, mich mit Ihnen &uuml;ber die aktuell grassierende Unsitte der H&auml;ppchen - eben die H&auml;ppchenkultur &ndash; zu unterhalten.<br /><br />B&uuml;cher &uuml;ber 200 Seiten waren fr&uuml;her f&uuml;r mich ein Gr&auml;uel. So viele Seiten, insbesondere noch ganz klein und eng bedruckt, waren klare Kriterien das Buch gar nicht erst in Angriff zu nehmen sondern sofort ungelesen wieder ins B&uuml;chergestell zur&uuml;ckzustellen. <br /><br />Auch heute noch lege ich ein Buch mit 468 Seiten zur Seite. Aber erst etwa bei Seite 420. Ich habe n&auml;mlich Angst davor die Geschichte zu Ende gelesen zu haben und danach in ein literarisches Vakuum zu st&uuml;rzen. <br /><br />Ein echter Paradigmenwechsel weg von den H&auml;ppchen. ]]></content:encoded></item><item><title>Als die Bilder l&#xfc;gen lernten</title><dc:subject>Kolumnen</dc:subject><dc:date>2023-11-06T16:55:00+01:00</dc:date><link>http://www.nasenst/blog/files/5dc54398ab0d6ffc2dccdbad900de163-62.html#unique-entry-id-62</link><guid isPermaLink="true">http://www.nasenst/blog/files/5dc54398ab0d6ffc2dccdbad900de163-62.html#unique-entry-id-62</guid><content:encoded><![CDATA[Ungeschminkt nahmen wir noch vor wenigen Jahren an, dass die Portr&auml;ts, Landschafen oder Geb&auml;ude, welche die ber&uuml;hmtesten Maler aller Zeiten auf die Leinwand gebannt hatten, die Wirklichkeit absolut widerspiegeln w&uuml;rden. Grunds&auml;tzlich gehen wir doch bei &auml;lteren gemalten Bildern von der Echtheit der Darstellungen aus, von einer Treue der Details.In blinder Voreingenommenheit dachten wir, dass die Leute, welche Rubens, Velazquez, Giotto und wie sie alle heissen auf Leinwand gebannt hatten, tats&auml;chlich so aussahen, wie sie von den K&uuml;nstlern gemalt wurden Verunsichert durch die galoppierende Inflation der L&uuml;gen, Schwindel und Unwahrheiten, steigen in einem Zweifel an der vermeintlichen Realit&auml;t auf diesen Bildern auf. Dass die Landschaften ja wegen der zunehmenden Zivilisation mit &Uuml;berbauung, Ausbau der Infrastruktur und Verschandlungen nicht mehr so aussehen, wie sie die fr&uuml;hen Maler dargestellt hatten, ist sonnenklar.<br />Berechtigte Zweifel sind angebracht, ob nicht auch schon in fr&uuml;heren Jahrhunderten Kunstgegenst&auml;nde gesch&ouml;nt wurden. ]]></content:encoded></item><item><title>Von Schlagzeilen erschlagen oder Die Titelei</title><dc:subject>Kolumnen</dc:subject><dc:date>2023-10-04T16:34:30+02:00</dc:date><link>http://www.nasenst/blog/files/ca75fbc01bbf481e9bf0808ce0aec1a1-61.html#unique-entry-id-61</link><guid isPermaLink="true">http://www.nasenst/blog/files/ca75fbc01bbf481e9bf0808ce0aec1a1-61.html#unique-entry-id-61</guid><content:encoded><![CDATA[&laquo;Im Kanton St. Gallen kann die breite Bev&ouml;lkerung ab sofort Corona-Hilfe beantragen&raquo;, lautete k&uuml;rzlich der Titel eines Artikels in einem Online-Medium. &laquo;Gibt es denn auch eine enge Bev&ouml;lkerung?&raquo; fragte ich mich sofort. Und dies, meine Lieben, ist beileibe nicht der groteskeste und abartigste Titel eines journalistischen Geschreibsels, den ich in den vergangenen Tagen gelesen habe. &laquo;Firmen setzen auf Covid-Zertifikat beim Maskentragen oder der Kantine&raquo; ist ein weiteres brisantes &laquo;Schmankerl&raquo; eines unsinnigen fehlerhaften Titels.<br />Ich hatte mich schon wiederholt gewundert wie unbedarft, ja geradezu oberfl&auml;chlich und &laquo;undeutsch&raquo; in letzter Zeit die Titel &ndash; heissen ja jetzt &laquo;Headlines&raquo; &ndash; daherkommen. Man kann sich schlichtweg nicht vorstellen, dass Journalisten am Laufmeter solch haneb&uuml;chene, vor Grammatikfehlern strotzende und wortungewandte Titel niederschreiben k&ouml;nnen. Wozu studieren sie denn mehrere Semester? Schliesslich hat mich die Lekt&uuml;re eines Artikels in einem Online-Portal schier umgehauen. Da stand in grossen Lettern tats&auml;chlich: &laquo;Internet killed the headline oder Wenn Textautomaten f&uuml;r Suchmaschinen schreiben.&raquo; Da war ich nun wirklich baff. Das Expos&eacute; beschrieb wie die k&uuml;nstliche Intelligenz Einzug in die Redaktionen h&auml;lt, indem behauptet wird, dass Algorithmen nicht nur ganze Texte schrieben, sondern auch Titel und Schlagworte generierten.]]></content:encoded></item><item><title>Das Stellwerk</title><dc:subject>Kolumnen</dc:subject><dc:date>2023-09-11T15:23:20+02:00</dc:date><link>http://www.nasenst/blog/files/3a77d037020c5ab32dda3872f66dfffa-60.html#unique-entry-id-60</link><guid isPermaLink="true">http://www.nasenst/blog/files/3a77d037020c5ab32dda3872f66dfffa-60.html#unique-entry-id-60</guid><content:encoded><![CDATA[Das Leben gleicht einem Stellwerk. Es hat etwas absolut Faszinierendes, so ein Stellwerk. Da werden die Z&uuml;ge in unterschiedlichste Richtungen dirigiert und geleitet. Der Job eines Stellwerkangestellten ist denn auch in h&ouml;chstem Masse anspruchs- und verantwortungsvoll. Aber auch in unserer Sprache haben wir mit dem Wort &bdquo;stellen&ldquo; die M&ouml;glichkeit allerlei in verschiedenste Bahnen zu lenken, in divergente und differente Richtungen zu bringen. Und zwar nicht nur nach links oder rechts, nein auch nach oben und nach unten sowie nach hinten und nach vorne.  Dazu k&ouml;nnen wir sogar noch etwas ein- oder ausstellen. Mit unserer Sprache sind wir in der Lage ein mehr als bloss dreidimensionales Stellwerk zu bedienen. Kein Wunder kommt es da sporadisch zu einer Stellwerkst&ouml;rung.<br />Immer und &uuml;berall im Leben wird etwas gestellt: umgestellt, hergestellt, vorgestellt, abgestellt, eingestellt, hingestellt, verstellt, aufgestellt, was Sie wollen.]]></content:encoded></item><item><title>Neue Kulturtechniken</title><dc:subject>Kolumnen</dc:subject><dc:date>2023-08-15T16:10:00+02:00</dc:date><link>http://www.nasenst/blog/files/7a7782e1484b6b61791f0215cc4c5d28-59.html#unique-entry-id-59</link><guid isPermaLink="true">http://www.nasenst/blog/files/7a7782e1484b6b61791f0215cc4c5d28-59.html#unique-entry-id-59</guid><content:encoded><![CDATA[Lesen, Rechnen und Schreiben geh&ouml;ren neben Feuer machen, Nahrungsmittelbeschaffung zu den klassischen Kulturtechniken. Obwohl sehr zu Recht und erfreulicherweise mit beachtlichem Erfolg versucht wird das Analphabetentum mit grosser Vehemenz auszumerzen, so ist Lesen bei den j&uuml;ngeren Generationen - aus welchen Gr&uuml;nden auch immer - in einen Dornr&ouml;schenschlaf versetzt worden. Deshalb versucht man in j&uuml;ngster Zeit das Lesen bei Kindern und bei der Jugend mit unterschiedlichsten Mitteln wieder popul&auml;r zu machen. In der Schule soll mittels eines &bdquo;ratings&ldquo; aufgrund eines Computerquiz das Lesen auf Teufel komm raus gef&ouml;rdert werden und &sbquo;Pizza Hut&lsquo; versucht in den USA mit einer Kampagne, bei der es f&uuml;r zehn gelesene B&uuml;cher einen Pizza-Gutschein gibt, dem Lesen Vorschub zu leisten. Eine neuer Beruf hat sich aus diesen Bestrebungen ebenfalls etabliert: die Leseanimatorin. Wohl bedeutend weniger M&uuml;he wird man sich geben m&uuml;ssen den Jungen die neuesten Kulturtechniken schmackhaft zu machen.<br />Kaum eine technische Entwicklung hat Gesellschaft, Politik und Wirtschaft so extrem beeinflusst wie das Internet. Deshalb geh&ouml;ren Googeln und Wikipedia anklicken schon heute zu den neuen Kulturtechniken. Im Gegensatz dazu nehmen sich &auml;ltere bekannte Kulturtechniken wie Salat pflanzen, telefonieren und tanzen geradezu bescheiden heraus. Eine Suche, ein Nachschlagen, was fr&uuml;her oftmals einer l&auml;nger dauernden Expedition in mehrere Bibliotheken gleichkam, ist heute auf einen Mausklick reduziert. Bei einer Recherche in Lexika oder Enzyklop&auml;dien musste man schon mit der korrekten Schreibweise vertraut sein, sonst fand man rein gar nichts. Google hingegen offeriert stets schon eine subtil korrigierende, vorausschauende Interpretation des Suchbegriffes mit der wohl diskreten, jedoch geradezu unterw&uuml;rfig anmutenden Floskel: &bdquo;Meinten Sie ...?&ldquo;. Irgendwie subversiv. Ich kann mir nicht helfen, aber ich f&uuml;hle mich von Google regelrecht bevormundet. ]]></content:encoded></item><item><title>Verloren: Die Kunst des Debattierens</title><dc:subject>Kolumnen</dc:subject><dc:date>2023-07-19T22:12:00+02:00</dc:date><link>http://www.nasenst/blog/files/fa398346e6aa9ae4ab002581f8032599-58.html#unique-entry-id-58</link><guid isPermaLink="true">http://www.nasenst/blog/files/fa398346e6aa9ae4ab002581f8032599-58.html#unique-entry-id-58</guid><content:encoded><![CDATA[Die Kunst des Debattierens ist uns abhanden gekommen. Kaum einer beherrscht sie heutzutage noch. Man fragt sich woran das liegt. Zum einen ist es ein Problem, dass heutzutage praktisch jede Diskussion sofort politisiert wird, zum andern gibt es in vielen Bereichen zu viel Konsens, kaum Differenzen, sodass praktisch keine richtige Diskussion mehr entstehen kann. Man sucht sich &ndash; weil es bequem ist und keinen St&ouml;rfaktor zul&auml;sst - ein Forum der Gleichgesinnten. Die sozialen Medien bieten daf&uuml;r eine geradezu ideale Plattform an. Mainstream ist gefragt, menschliches Konformit&auml;tsverhalten, denn der Mensch ist prinzipiell nicht gern anderer Meinung. Er passt sich lieber an. Menschen lechzen auch nach Best&auml;tigung und diese finden sie in Kreisen, wo man sich gegenseitig in einer Meinung, Ideologie, Auffassung oder Idee zustimmt. Die selbstreferenzielle Internet-Community, die sich regelm&auml;ssig selbst beipflichtet, ist ein klassisches Beispiel. Warum wollen wir Gegenargumente nicht h&ouml;ren? &Uuml;beraus viele Menschen meiden Informationen, die nicht zu ihrer Weltsicht passen. Lange nahmen Fachleute an, dass dadurch eben das Selbstbild bedroht werde. Tats&auml;chlich scheint es aber eher an &Uuml;berheblichkeit und Zorn zu liegen. Das Geschrei der Social-Media-Gestalten, die es um die Wette schwer haben, Problem-Flausen auszuhecken, verpassen sogenannten Debatten seit Jahren eine zornige Grundierung.<br />Eigentlich sind wir es in unserer bew&auml;hrten und bislang stabilen Demokratie mit ihrem ausgepr&auml;gten Minderheitenschutz gewohnt, die Dinge offen auszudiskutieren, um danach Mehrheitsentscheide zu f&auml;llen und umzusetzen und sich nicht von einer Handvoll Leute, die sich unwohl f&uuml;hlen, mit Gebr&uuml;ll die politische Agenda aufzwingen zu lassen. Wie kommt es zu diesem Despotismus lautstarker, offensiver, nicht repr&auml;sentativer Minderheiten? Eine Meinung ist nie bloss jemandes Meinung. Auch in meiner Meinung hallen die Stimmen anderer mit. Ich befinde mich in einem sich st&auml;ndig ver&auml;ndernden Meinungsumfeld.  Minderheiten wiederum k&ouml;nnen das Meinungsumfeld auf eine Art und Weise manipulieren, dass der Schein entsteht, es handle sich um einen Mainstream. Vor allem in sozialen Netzwerken, wo man ohnehin nicht sicher ist, ob die ge&auml;usserten Meinungen von realen Personen, Trolls oder Bots &ndash; also Pseudopersonen &ndash; stammen, grassiert aktuell diese subversive Form der Manipulation. ]]></content:encoded></item><item><title>B&#xe4;umiges</title><dc:subject>Kolumnen</dc:subject><dc:date>2023-05-14T18:36:00+02:00</dc:date><link>http://www.nasenst/blog/files/aacd2cbb08fccfc152de4340ceec853c-56.html#unique-entry-id-56</link><guid isPermaLink="true">http://www.nasenst/blog/files/aacd2cbb08fccfc152de4340ceec853c-56.html#unique-entry-id-56</guid><content:encoded><![CDATA[&Uuml;ber B&auml;ume sagt man, sie seien die gr&uuml;nen Lungen der Erde, Rohstoff- sowie Energielieferanten und Klimawandelbremsen. Sie z&auml;hlen in der Tat zu den beeindruckendsten Lebewesen auf unserem Planeten. Wo das Klima nicht zu trocken oder zu kalt ist, dominieren B&auml;ume die Landschaft. Wo sie wachsen, sind sie ein zentraler Baustein des &Ouml;kosystems. Unser globales &Ouml;kosystem w&auml;re ohne die Leistungen der B&auml;ume gar nicht vorstellbar. B&auml;ume dienen auch dem Schutz. Ein Schutzwald ist ein hohes Gut, denn er beschirmt tiefer unten liegende Siedlungen und Verkehrswege vor Erosion, Lawinen, Muren, Steinschlag und Hochwasser. Aber es gibt noch wesentlich mehr zu sagen &uuml;ber B&auml;ume.<br />Seit er seinen Bestseller &laquo;Das geheime Leben der B&auml;ume&raquo; ver&ouml;ffentlich hat, kommt man an Peter Wohlleben nicht mehr vorbei, wenn man &uuml;ber B&auml;ume spricht oder schreibt. Der diplomierte F&ouml;rster erz&auml;hlt in diesem Buch &ndash; meiner Meinung nach etwas an der Esoterik kratzend - faszinierende Geschichten &uuml;ber die ungeahnten und h&ouml;chst erstaunlichen F&auml;higkeiten, &uuml;ber welche B&auml;ume verf&uuml;gen sollen, so zum Beispiel, dass sie miteinander kommunizieren, ihren Nachwuchs, aber auch alte und kranke Nachbarn liebevoll umsorgen und pflegen, Empfindungen haben, Gef&uuml;hle und ein Ged&auml;chtnis. Er erkl&auml;rt des weiteren, wie B&auml;ume &uuml;ber ihr Wurzelsystem mit einem Pilz, dem Mykorrhiza, Kontakt aufnehmen und damit mit anderen B&auml;umen Informationen austauschen k&ouml;nnen. Er nennt es das "Wood Wide Web".]]></content:encoded></item><item><title>Die zehn W&#xf6;rter des Jahrzehntes</title><dc:subject>Kolumnen</dc:subject><dc:date>2023-04-25T13:50:00+02:00</dc:date><link>http://www.nasenst/blog/files/61f38293687cac9be22822821c16d197-55.html#unique-entry-id-55</link><guid isPermaLink="true">http://www.nasenst/blog/files/61f38293687cac9be22822821c16d197-55.html#unique-entry-id-55</guid><content:encoded><![CDATA[Alle Jahre wieder sind wir gespannt - nicht ob der Weihnachtsmann kommt, nein - sondern welcher Ausdruck es zum &bdquo;Wort des Jahres&ldquo; schafft oder anders gesagt, welchen Begriff die befugte Kommission zum &bdquo;Wort des Jahres&ldquo; w&auml;hlt. In Deutschland wird diese Auslese seit 1977 von der Gesellschaft f&uuml;r deutsche Sprache publiziert. Der Tatsache &uuml;berdr&uuml;ssig, dass in der Folge immer h&auml;ufiger Begriffe gew&auml;hlt wurden, die einen spezifischen Bezug zu Deutschland hatten, begannen die anderen L&auml;nder des deutschsprachigen Raumes ihre eigenen W&ouml;rter des Jahres zu w&auml;hlen. So beschlossen &Ouml;sterreich 1999 und die Schweiz anno 2003 die K&uuml;rung eines eigenen Wortes des Jahres. Zudem wird j&auml;hrlich - was offenbar bedeutend leichter zu bewerkstelligen ist - ein &bdquo;Unwort&ldquo; gew&auml;hlt, ab und an auch ein &bdquo;Satz des Jahres&ldquo; und seit 2008 wird auch ein &bdquo;Jugendwort des Jahres&ldquo; ver&ouml;ffentlicht. Mal handelt es sich beim Wort des Jahres um einen Neologismus, der offenbar in der sogenannten Szene popul&auml;r ist, mal wird die Statistik bem&uuml;ht und man w&auml;hlt gemeinhin das von den Journalisten am h&auml;ufigsten verwendete, mal trifft die Wahl einen Ausdruck, der in der Politik zu einem beliebten Bonmot avancierte.]]></content:encoded></item><item><title>Schreiben oder Warum Platon die Schrift verteufelte </title><dc:subject>Kolumnen</dc:subject><dc:date>2023-03-15T11:58:18+01:00</dc:date><link>http://www.nasenst/blog/files/6e9c69fd6b105f271bcb72fb1b7deb1e-54.html#unique-entry-id-54</link><guid isPermaLink="true">http://www.nasenst/blog/files/6e9c69fd6b105f271bcb72fb1b7deb1e-54.html#unique-entry-id-54</guid><content:encoded><![CDATA[Zum Thema Schreiben kommt mir als Erstes eigenartigerweise das Adjektiv gonzo in den Sinn. Erst in zweiter und dritter Linie sehe ich Jean Paul Sartre mit einer Zigarette l&auml;ssig im Mund, in einem Pariser Bistro, einen Text in sein Notizbuch schreiben oder Ernest Hemingway konzentriert vor seiner Schreibmaschine sitzen.<br />Zum Begriff Gonzo: Bei der Lekt&uuml;re eines Artikels &uuml;ber den Journalisten Hunter S. Thompson, hatte der Begriff Gonzo-Journalismus mein Interesse geweckt. Thompson hatte diese Art von Journalismus eigentlich eher durch Zufall kreiert, indem wegen eines Terminproblems, ein ganz und gar unausgereiftes Manuskript von ihm publiziert werden musste, worauf der zust&auml;ndiger Redaktor diese Art von Text eben als Gonzo-Journalismus bezeichnete. Das Charakteristische daran ist, dass der Gonzo-Journalist sein eigenes Erleben in den Vordergrund stellt. Er schreibt radikal subjektiv, mit starken Emotionen und absichtlichen &Uuml;bertreibungen. Die Grenze zwischen realen und fiktiven Erlebnissen verschwimmt dabei gr&ouml;sstenteils. Als Stilelemente werden Sarkasmus, Schimpfw&ouml;rter, Polemik, Humor und Zitate verwendet. Wenn ich all dies etwas &uuml;berdenke, so komme ich zur Feststellung, dass meine Texte auch von Gonzo angehaucht sind. Nach strengen journalistischen Kriterien handelt es sich beim Gonzo-Journalismus gar nicht um Journalismus sondern um Literatur. Das ist aus meiner Sicht ja geradezu perfekt. Das Adjektiv gonzo steht nun also seit damals als englischer Slang-Ausdruck f&uuml;r &bdquo;aussergew&ouml;hnlich&ldquo;, &bdquo;exzentrisch&ldquo; beziehungsweise &bdquo;verr&uuml;ckt&raquo;. In Bezug auf den Journalismus kann man es etwa mit &bdquo;deutlich von den Gef&uuml;hlen des Verfassers gepr&auml;gt&ldquo; und &bdquo;angef&uuml;llt mit bizarren oder subjektiven Vorstellungen, Kommentaren und dergleichen&ldquo; &uuml;bersetzen. Angefeuert von seinem Verleger wurde Thompson durch sein weiteres Schaffen zum bedeutendsten Vertreter des Gonzo-Journalismus. Er definierte den Gonzo-Stil f&uuml;r sich selbst als einen &bdquo;professionellen Amoklauf&ldquo;. Der Journalist m&ouml;chte &uuml;ber ein bestimmtes Ereignis schreiben, das im Extremfall - sollte es gar nicht eintreten - auch selbst arrangiert werden kann. Durch die Technik der Neuen Medien, zum Beispiel in Blogs, erlebt der Gonzo-Journalismus seit den 2000er Jahren eine wahrhafte Renaissance.]]></content:encoded></item><item><title>Fussnotenprosa</title><dc:subject>Kolumnen</dc:subject><dc:date>2023-02-22T13:57:00+01:00</dc:date><link>http://www.nasenst/blog/files/6571f1f610bbb3038d53530c930e9b85-53.html#unique-entry-id-53</link><guid isPermaLink="true">http://www.nasenst/blog/files/6571f1f610bbb3038d53530c930e9b85-53.html#unique-entry-id-53</guid><content:encoded><![CDATA[Es gibt Leute, die jede Fussnote lesen und solche&ndash; wie ich zum Beispiel -, die Fussnoten geflissentlich &uuml;berlesen. Erstere k&ouml;nnen nicht umhin, sich jede erdenkliche Information, insbesondere wenn sie denn noch im Kontext einer Lekt&uuml;re steht, einzuverleiben. Man verpasst ja sonst schon viel. Letztere lassen sich ungern st&ouml;ren und sie empfinden Fussnoten als Ablenkungsman&ouml;ver und St&ouml;rfaktoren ihrer Lekt&uuml;re.<br />Nun, Sie haben ein unversch&auml;mtes Gl&uuml;ck, denn Sie k&ouml;nnen &ndash; wenn Sie denn zu den Fussnotenlesern geh&ouml;ren - hier ein besonders eindr&uuml;ckliches Exempel von Fussnotenprosa (1) lesen.]]></content:encoded></item><item><title>Dem Denken ein Denkmal I</title><dc:subject>Kolumnen</dc:subject><dc:date>2023-01-06T14:59:00+01:00</dc:date><link>http://www.nasenst/blog/files/848ebd089e3bbf3fbdfac531370d42e9-52.html#unique-entry-id-52</link><guid isPermaLink="true">http://www.nasenst/blog/files/848ebd089e3bbf3fbdfac531370d42e9-52.html#unique-entry-id-52</guid><content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="DerDenker" src="http://www.nasenst/blog/files/derdenker.jpg" width="335" height="494" /><br /><br /></p><p style="text-align:left;">Denken ist anstrengend und fehleranf&auml;llig. Trotzdem versuche ich es, denn ist es an der Zeit, mal ein paar Gedanken zum Denken zu Papier zu bringen. Es l&auml;sst sich dabei nicht vermeiden, den sattsam wiederholten, in passenden und v&ouml;llig unpassenden Situationen zitierten, ersten Grundsatz des Philosophen Ren&eacute; Descartes zu erw&auml;hnen: &bdquo;Cogito, ergo sum&ldquo; (Ich denke, also bin ich), den er 1641 in seinem Werk &bdquo;Meditationes de prima philosophia&ldquo; formulierte.<br />Irgendwie komplizierter und damit - meiner Ansicht nach - auch noch etwas philosophischer, erscheint mir der Titel eines grossen Hits von Juliane Werding:  &laquo;Wenn Du denkst Du denkst, dann denkst Du nur Du denkst.&raquo; Dabei geht allerdings weniger um das Denken an sich, als vielmehr um das vermeintlich primitive, scheuklappenartige Denken der M&auml;nner, denn dass das m&auml;nnliche Denken prim&auml;r testosterongesteuert sei, ist ein weit verbreiteter Mythos. Wie sagte doch Friedrich D&uuml;rrenmatt so pointiert: &bdquo;Die Frau hat das Denken im m&auml;nnlichen Sinne nicht n&ouml;tig.&ldquo;</p>]]></content:encoded></item><item><title>Hintergr&#xfc;nde</title><dc:subject>Kolumnen</dc:subject><dc:date>2022-12-13T15:54:06+01:00</dc:date><link>http://www.nasenst/blog/files/ba56a522628eaceb7aeb09ec3acbc5af-50.html#unique-entry-id-50</link><guid isPermaLink="true">http://www.nasenst/blog/files/ba56a522628eaceb7aeb09ec3acbc5af-50.html#unique-entry-id-50</guid><content:encoded><![CDATA[Die Mitglieder meiner Generation erinnern sich bestens und gerne an das Cover, welches die LP &bdquo;Abbey Road&ldquo; der Beatles schm&uuml;ckte. Die vier Pilzk&ouml;pfe aus Liverpool, wie sie im G&auml;nsemarsch t&uuml;chtig ausschreitend einen Zebrastreifen (Fussg&auml;ngerstreifen) der gleichnamigen Strasse &uuml;berqueren. Doch den Hintergrund des Bildes haben wir alle nicht mehr im Kopf. (Zur Erinnerung: Man sieht eine endlos erscheinende, schnurgerade verlaufende Strasse, links &ndash; mit zwei R&auml;dern auf dem Trottoir - steht ein weisser VW-K&auml;fer und am rechten Strassenrand ist, nebst mehreren anderen Autos, zuvorderst ein London-Taxi parkiert.)<br />So geht es uns doch mit vielen Hintergr&uuml;nden. Dabei sind es gerade die, welche viele Bilder aber auch Fotographien zu dem machen was sie sind. Bedenken Sie bloss, dass die meisten Selfies ja in der Regel vor einer imposanten, exklusiven, landschaftlich ausserordentlichen oder kulturell tr&auml;chtigen Kulisse gemacht werden.<br />Und dann gab es damals auch diesen ber&uuml;hmten Film, der auf einem Detail im Hintergrund des Bilder eines Fotografen basierte: &bdquo;Blow up&ldquo;. Sie erinnern sich:<br />Der erfolgreiche Fotograf Thomas arbeitet im London der 60er Jahre an einem Bildband mit Strassenfotografien. Auf der Suche nach weiteren Motiven macht er in einem Park Fotos von einem Paar, das er jedoch nicht um Erlaubnis gefragt hat, worauf die Dame von ihm die Herausgabe der Fotos verlangt. Sie sagt, dass der Mann, mit dem sie im Park war, ihr Geliebter sei und die Bilder daher vernichtet werden m&uuml;ssten. Der Fotograf &uuml;berreicht ihr eine Filmpatrone, aber diejenige eines anderen Films. Beim Vergr&ouml;ssern, dem &bdquo;blow up&ldquo;, der Fotos des Paares, entdeckt Thomas abseits im Geb&uuml;sch einen Mann mit einer Pistole mit Schalld&auml;mpfer. Auf Abz&uuml;gen sp&auml;terer Fotos ist der Geliebte der Frau reglos unter einem Baum liegend zu sehen. Der Fotograf ist verunsichert. Hat er einen Mord fotografiert?]]></content:encoded></item><item><title>&#xdc;ber B&#xfc;cher I</title><dc:subject>Kolumnen</dc:subject><dc:date>2022-11-06T15:02:05+01:00</dc:date><link>http://www.nasenst/blog/files/6f3341df3477913642ee870f65a152fe-49.html#unique-entry-id-49</link><guid isPermaLink="true">http://www.nasenst/blog/files/6f3341df3477913642ee870f65a152fe-49.html#unique-entry-id-49</guid><content:encoded><![CDATA[&bdquo;Das Buch ist ein technisch vollendetes Meisterwerk (wie der Hammer oder die Schere), das sich, soviel man auch erfinden mag, nicht mehr verbessern l&auml;sst." Diese Aussage stammt von niemand geringerem als Umberto Eco. Doch die erw&auml;hnte, durchschlagende Erfindung hatte &ndash; ganz im Gegensatz zu unz&auml;hligen Start-Ups unserer Zeit - einen schwierigen, harzigen Start, denn die Herstellung der urspr&uuml;nglichen Materialien Papyrus und Pergament war beschwerlich, zeitaufw&auml;ndig und teuer, bedeuteten jedoch ein Quantensprung gegen&uuml;ber den bisherigen Tontafeln. <br />Eine wirklich geniale Erfindung war diejenige des Kodex. Man kann diesen als &bdquo;Urbuch&ldquo; bezeichnen. Kodex nannte man urspr&uuml;nglich einen Stapel beschrifteter oder zur Beschriftung vorgesehener Holz- oder Wachstafeln, in der Folge dann ein von zwei Holzbrettchen umschlossener Block gefalteter oder gehefteter Papyrus- oder Pergamentbl&auml;tter. Die bequemere Handhabung war ein entscheidender Vorteil des Kodex gegen&uuml;ber der &auml;lteren Buchform, n&auml;mlich der Schriftrolle. Diese nunmehr f&uuml;hrende Buchform hat sich dann seit der Abl&ouml;sung der Rolle in der Sp&auml;tantike nicht mehr wesentlich ver&auml;ndert.<br />Damit aber ein Buch erst entsteht, also aus einem Manuskript ein bequem lesbares Schriftst&uuml;ck wird, braucht es ein ger&uuml;ttelt Mass an technischen Arbeitsschritten.<br />Die Herstellung eines Buches ist in der Tat ein interessanter Prozess.]]></content:encoded></item><item><title>Die elektronische Drehscheibe</title><dc:subject>Kolumnen</dc:subject><dc:date>2022-10-22T21:17:25+02:00</dc:date><link>http://www.nasenst/blog/files/0e458b3ad5976d1cd6837af695699d2a-48.html#unique-entry-id-48</link><guid isPermaLink="true">http://www.nasenst/blog/files/0e458b3ad5976d1cd6837af695699d2a-48.html#unique-entry-id-48</guid><content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:center;"><br /><img class="imageStyle" alt="Drehscheibe" src="http://www.nasenst/blog/files/drehscheibe.jpg" width="596" height="594" /><br /><br />Die Frau meines Freundes wirkt auf mich wie ein Hub. Als Hub, englisch f&uuml;r Knotenpunkt oder Nabel, bezeichnet man insbesondere Umsteigeflughafen. Luftfahrt-Drehkreuz oder &ndash;Drehscheibe, kurz Hub, nennt man n&auml;mlich einen Verkehrsknotenpunkt einer Fluggesellschaft oder einer Allianz verschiedener Fluggesellschaften zum Umstieg zwischen Kurz-, Mittel- und Langstreckenfl&uuml;gen. <br />K&uuml;rzlich kam ich mit Silvia, so heisst n&auml;mlich die Frau meines Freundes, aus welchen Gr&uuml;nden auch immer, auf Facebook zu sprechen. Ich pers&ouml;nlich weigere mich aus verschiedensten - aus meiner Warte triftigen - Gr&uuml;nden an diesem sozialen Netzwerk teilzunehmen. Da ich also nicht viel &uuml;ber Facebook wusste, ausser dass das Unternehmen an der B&ouml;rse einige Millionen Dollar wert ist, musste ich eine relativ ausgedehnte Einf&uuml;hrung &uuml;ber mich ergehen lassen. </p>]]></content:encoded></item><item><title>Limiten</title><dc:subject>Kolumnen</dc:subject><dc:date>2022-09-30T11:19:10+02:00</dc:date><link>http://www.nasenst/blog/files/ed07a676d946a3031779c6f3b388f3e9-47.html#unique-entry-id-47</link><guid isPermaLink="true">http://www.nasenst/blog/files/ed07a676d946a3031779c6f3b388f3e9-47.html#unique-entry-id-47</guid><content:encoded><![CDATA[<h2>Leseprobe aus "NASENST&Uuml;BER 3 - Fragmente"</h2><br />Mit Sicherheit kennen Sie die rechteckigen etwas unscheinbaren Tafeln, die hochkant in etwa zwei Metern H&ouml;he montiert anzeigen wie schnell man gerade f&auml;hrt. In oranger Farbe wenn man zu schnell f&auml;hrt, zum Beispiel mit 60 km/h innerhalb einer 50er-Zone, in gr&uuml;nen Ziffern wenn man korrektem Tempo unterwegs ist, also in unserem Beispiel mit weniger als 50 km/h. Orange verursacht zumindest ein leichtes Ziehen in der Magengegend oder je nach Menschentyp sogar eine leichte Atemnot, w&auml;hrend die gr&uuml;ne Farbe wohl bei allen die Aussch&uuml;ttung von Gl&uuml;ckshormonen stimuliert und von einer gewissen S&uuml;ffisanz begleitet ist. ]]></content:encoded></item><item><title>Der Schrittsammler</title><dc:subject>Kolumnen</dc:subject><dc:date>2022-07-12T13:31:00+02:00</dc:date><link>http://www.nasenst/blog/files/223142da9909cf683b925bbd5784e2ef-46.html#unique-entry-id-46</link><guid isPermaLink="true">http://www.nasenst/blog/files/223142da9909cf683b925bbd5784e2ef-46.html#unique-entry-id-46</guid><content:encoded><![CDATA[<h2>Leseprobe aus "NASENST&Uuml;BER 3 - Fragmente"</h2>(Siehe "B&uuml;cher")<br /><br />Jeden Morgen zur selben Zeit wie ich war auch er unterwegs. Immer wenn ich zur Bushaltestelle hinunterlief, fiel er mir auf, der etwas &auml;ltere Herr mit etwas wuscheligen Haaren, Hut und einem beigen Regenmantel. Man k&ouml;nnte meinen ein Abbild von Kommissar Maigret. Nennen wir ihn der Einfachheit halber Herrn R. Mit gesenktem Kopf und etwas vorn&uuml;ber geneigt, ging er gem&uuml;tlichen oder gem&auml;chlichen Schrittes, die H&auml;nde hinter dem R&uuml;cken verschr&auml;nkt, den Fahrweg entlang, als ob er seine Schritte z&auml;hlte oder Schritte sammeln w&uuml;rde. Zuerst dachte ich mir &uuml;berhaupt nichts dabei, denn ein Mann in seinem Alter war allenthalben gut f&uuml;r einen Morgenspaziergang und dass das Dritte Alter einem festgefahrenen Rhythmus folgt ist ja auch sattsam bekannt. Irgendwann begannen wir uns zu gr&uuml;ssen aber das war es denn auch an verbaler Kommunikation. Gelegentlich war Herr R. f&uuml;r ein paar Wochen verschwunden und ich begann mir jedes Mal schon ernsthafte Sorgen zu machen. Aber dann war er wieder da und &bdquo;sammelte&ldquo; weiterhin seine Schritte. &sbquo;Wie auch immer,&lsquo; dachte ich &lsquo;man kann ja allerlei Schritte sammeln: Schritte in die richtige Richtung, grosse, kleine, unregelm&auml;ssige, z&ouml;gerliche, feierliche oder erste  Schritte.]]></content:encoded></item><item><title>Journalismus heute</title><dc:subject>Kolumnen</dc:subject><dc:date>2022-06-18T13:51:00+02:00</dc:date><link>http://www.nasenst/blog/files/ce8929dab22993a760c4313dbdc6f1ac-44.html#unique-entry-id-44</link><guid isPermaLink="true">http://www.nasenst/blog/files/ce8929dab22993a760c4313dbdc6f1ac-44.html#unique-entry-id-44</guid><content:encoded><![CDATA[Die klassischen Medien haben ausgedient, nur haben die es bislang noch nicht richtig zur Kenntnis genommen. Insbesondere junge Menschen informieren sich zusehends auf Social Media &ndash; oder aber sie konsumieren gar keine Informationsmedien mehr. Das einst federf&uuml;hrende und legend&auml;re Facebook hat sich irgendwie selbst ins Offside man&ouml;vriert. Es scheint eine Tatsache zu sein, dass die Jungen Facebook boykottieren, weil die Alten dort ihr Essen, die Fotos ihrer Hunde und Wellensittiche, nichtssagende Lebensweisheiten, Gl&uuml;ckskeksspr&uuml;che und andere belanglose Dinge posten. Der Messengerdienst Telegram ist zum &Uuml;bungsgebiet der Massnahmenkritiker, Antisemiten und Impfgegner geworden. Twitter wiederum ist so etwas wie ein virtueller Stammtisch. In dieser Medienblase ist ein Schlagabtausch zwischen Teilnehmern Programm und sind verbale Entgleisungen an der Tagesordnung.<br />Bleiben von den verbreiteten Plattformen noch Instagram und Tiktok. In einem unl&auml;ngst ver&ouml;ffentlichten Interview hat die preisgekr&ouml;nte Social-Media-Reporterin Melisa Erkurt - Journalistin des Portals  &laquo;Die Chefredaktion&raquo;, das insbesondere auf Tiktok aber auch auf Instagram pr&auml;sent ist - erw&auml;hnt, dass selbst Instagram f&uuml;r die wirklich Jungen &laquo;zu alt&raquo; sei. Die 14- bis 18-J&auml;hrigen seien auf Tiktok. Diese Altersgruppe spreche am besten auf kurze und humoristische Clips an. F&uuml;r die zugeh&ouml;rige Reportage w&uuml;rden sich diese Userinnen und User dann bestenfalls von Tiktok auf Instagram klicken. Die Tiktok-Beitr&auml;ge seien also eine Art Teaser f&uuml;r deren Insta-Storys. Wenn junge Menschen etwas interessiere, so w&uuml;rden sie dran bleiben.]]></content:encoded></item><item><title>Recht auf Faulheit oder Die Kunst der Pause</title><dc:subject>Kolumnen</dc:subject><dc:date>2022-05-22T10:54:00+02:00</dc:date><link>http://www.nasenst/blog/files/af2adc16d4e52da45188701ed9fd89ae-43.html#unique-entry-id-43</link><guid isPermaLink="true">http://www.nasenst/blog/files/af2adc16d4e52da45188701ed9fd89ae-43.html#unique-entry-id-43</guid><content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:center;"><br /><img class="imageStyle" alt="IMG_2329" src="http://www.nasenst/blog/files/img_2329.jpg" width="660" height="369" /><br /></p><p style="text-align:left;">&laquo;Faule aller L&auml;nder vereinigt Euch!&raquo; Aber auch dazu seid ihr wahrscheinlich zu faul.<br />Dabei gibt es ein legitimes Recht auf Faulheit, das auf der Evolution gr&uuml;ndet. Doch mehr dazu sp&auml;ter.<br />Faulheit hatte &uuml;ber viele Jahre eine negative Konnotation. Das k&ouml;nnte sich bald &auml;ndern. Denn auch f&uuml;r das Spektrum der Faulheit findet sich ein Experte, n&auml;mlich in der Person des Harvard-Professors Daniel Liebermann, der sich wissenschaftlich mit der Faulheit besch&auml;ftigt. Das Studium der Naturv&ouml;lker hat ihm gezeigt, dass eine Gesellschaft die als J&auml;ger und Sammler lebt, nat&uuml;rlicherweise, instinktiv ihren Kalorienverbrauch so tief wie m&ouml;glich halten muss, weil sie eben meist nur sp&auml;rlich und in geringen Dosen erh&auml;ltlich waren. J&auml;ger und Sammler konnten aufgrund der kontinuierlichen, intensiven physischen Beanspruchung und der insgesamt nicht sehr kalorienhaltigen Nahrung keine &uuml;bersch&uuml;ssigen Kalorien anh&auml;ufen wie wir, die wir uns doch regelm&auml;ssig Schokolade, Fast-Food, Prinzenrollen-Biscuits, Pommes-Chips und Milchschnitten einverleiben. Naturv&ouml;lker m&uuml;ssen ergo mit den ihnen zur Verf&uuml;gung stehenden vergleichsweise bescheidenen Kalorien bewusst sehr haush&auml;lterisch umgehen. Da bietet sich dann eben die Faulheit als eine absolut notwendige &Uuml;berlebensstrategie an, um Kalorien zu sparen.  Man konnte sich nicht erlauben m&uuml;hsam ergatterte Kalorien leichtfertig zu verbraten. </p>]]></content:encoded></item><item><title>Journalismus gestern</title><dc:subject>Kolumnen</dc:subject><dc:date>2022-04-20T13:16:00+02:00</dc:date><link>http://www.nasenst/blog/files/67a387ba890e779277da09b74d415a79-42.html#unique-entry-id-42</link><guid isPermaLink="true">http://www.nasenst/blog/files/67a387ba890e779277da09b74d415a79-42.html#unique-entry-id-42</guid><content:encoded><![CDATA[&bdquo;Unsere Berichterstattung verschlechterte sich w&auml;hrend der Reagan-Jahre weiter, und sie hat sich seither nicht gebessert. Wir sind arrogant geworden,&ldquo; schreibt Carl Bernstein, einer der beiden Enth&uuml;llungsjournalisten des Watergate-Skandals, in seinem neuesten Buch. An die Stelle von Gr&uuml;ndlichkeit und Genauigkeit seien Tempo und Quantit&auml;t getreten. Aber an dieser medialen Vulgarisierung trage das Publikum eine Mitschuld, denn es verlange ja danach.<br />Als ich zur Schule ging, war die Rubrik &laquo;Ungl&uuml;cksf&auml;lle und Verbrechen&raquo; ein kleiner und vergleichsweise unbedeutender Abschnitt in der Tagespresse. Aber der Journalismus ist korrupt geworden, hat sich aus seiner ehemaligen, wichtigen Verantwortung gegen&uuml;ber den Lesern gestohlen und einen unstillbaren Hunger nach Konflikten, Emotionen und Skandalen entwickelt. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass es sich offensichtlich nur noch lohnt &uuml;ber Dramen, Katastrophen, Ungl&uuml;cke und Apokalyptisches zu berichten. Dies in der vermeintlichen Meinung, dass sonst die Leser zur Konkurrenz abwandern (wo sie eh nur denselben Stuss lesen).]]></content:encoded></item><item><title>Neue Jahreszeiten und Saisons</title><dc:subject>Kolumnen</dc:subject><dc:date>2022-03-16T13:40:00+01:00</dc:date><link>http://www.nasenst/blog/files/d3bb968a0269fc8e91eef96c6ad70810-21.html#unique-entry-id-21</link><guid isPermaLink="true">http://www.nasenst/blog/files/d3bb968a0269fc8e91eef96c6ad70810-21.html#unique-entry-id-21</guid><content:encoded><![CDATA[<h2>Leseprobe aus "NASENST&Uuml;BER 3 - Fragmente"</h2>(Siehe "B&uuml;cher")<br /><br />Da haben wir also die Haupt-, Neben-, Vor-, Nach-, &Uuml;bergangs- und die Zwischensaison.  Wenn Sie der Meinung sind, die Palette der Saisons sei mit der Erweiterung von Jagd-, Ski-, Bade-, Kirschen-, Aprikosen- und so weiter sowie Grillsaison ersch&ouml;pft, so sind Sie ungen&uuml;gend informiert, denn seit geraumer Zeit haben wir nicht mehr nur einfach die Jahreszeit Sommer, sondern auch die Sommersaison. Und es kommen laufend neue hinzu. (Nebenbei bemerkt: F&uuml;r Bier und Wein ist immer Saison, auch f&uuml;r Schokolade.) Zudem behaupten einige Leute hartn&auml;ckig, es gebe keine vier Jahreszeiten mehr. Nur noch kalt-nasse und heiss-trockene Perioden. Dabei ist es sogar so, dass zum Beispiel die Basler behaupten, bei ihrer ber&uuml;hmten Fasnacht handle es sich um die f&uuml;nfte Jahreszeit. <br />Im Folgenden m&ouml;chte ich Ihnen aber gerne verraten, dass insbesondere die Mode, die Werbung und der Tourismus neue Saisons und Jahreszeiten kreiert haben.]]></content:encoded></item><item><title>Das verhinderte Drehbuch</title><dc:subject>Kolumnen</dc:subject><dc:date>2022-02-14T10:08:00+01:00</dc:date><link>http://www.nasenst/blog/files/e001deab444f436e11aa1552e4308897-40.html#unique-entry-id-40</link><guid isPermaLink="true">http://www.nasenst/blog/files/e001deab444f436e11aa1552e4308897-40.html#unique-entry-id-40</guid><content:encoded><![CDATA[<h2>Leseprobe aus "NASENST&Uuml;BER 3 - Fragmente"</h2><span style="color:#FF9B1F;"><br /></span><br />Schon seit l&auml;ngerer Zeit tr&auml;ume ich davon etwas Spezielles &bdquo;zu machen&ldquo;, n&auml;mlich ein Drehbuch zu verfassen. Aber bevor ich t&uuml;chtig und beherzt in die Tastatur greifen konnte, musste ich mich als Novize f&uuml;r filmische Literatur erst einmal mit der Materie vertraut machen. Als Einstieg in das Thema bem&uuml;hte ich zun&auml;chst zeitgem&auml;ss Wikipedia.&bdquo;Ein Drehbuch,&ldquo; so begann der einschl&auml;gige Abschnitt &bdquo;ist ein Arbeitstext, der die Vision eines Filmes in allen relevanten Details beschreibt und s&auml;mtliche Dialoge enth&auml;lt.&ldquo; Na ja, das entsprach so in etwa meinen vagen Vorstellungen. &bdquo;Die besondere Herausforderung besteht darin, allein mit den Mitteln der Sprache eine mehrdimensional erz&auml;hlte Geschichte darzustellen, die sich neben der Sprache &ndash; in Form von Dialogen &ndash; auch &uuml;ber das Bild und den Ton ausdr&uuml;ckt. Dabei sollte das Drehbuch jene vorfilmische Textform darstellen, die beim Lesen ein Echtzeiterlebnis vermittelt. Dies bedeutet, dass der Film in etwa so lange dauern wird, wie das Lesen des Drehbuchs Zeit braucht.&ldquo; Alles klar. Aber viel hatte ich mit dieser Passage noch nicht gelernt, insbesondere war er &uuml;berhaupt keine Anleitung um ein Drehbuch schreiben zu k&ouml;nnen. Das war eher so ein Pauschalbeschrieb.]]></content:encoded></item><item><title>Die Opferrolle</title><dc:subject>Kolumnen</dc:subject><dc:date>2022-01-06T10:51:00+01:00</dc:date><link>http://www.nasenst/blog/files/1ce7ef789d3a69aa6531724d3a44ad5f-39.html#unique-entry-id-39</link><guid isPermaLink="true">http://www.nasenst/blog/files/1ce7ef789d3a69aa6531724d3a44ad5f-39.html#unique-entry-id-39</guid><content:encoded><![CDATA[Als Mitglied irgendwelcher Minderheit, gereicht einem das zur Zeit zu unz&auml;hligen und ungeahnten Vorteilen. Nicht nur, dass man &uuml;berproportional wahrgenommen wird, sondern man geniesst auch allerlei Vorz&uuml;ge und Sonderbehandlungen. Diese k&ouml;nnen finanziell im Sinne von Subvention oder Unterst&uuml;tzung sein, oder gesellschaftlich, indem man einerseits umschw&auml;rmt und umgarnt wird andererseits jedoch als unantastbar gilt. Man geniesst eine Art &laquo;Welpenschutz&raquo;. Es wird erwartet, dass man diesen Teilen der Gesellschaft mit &uuml;berm&auml;ssiger Vorsicht und Behutsamkeit begegnet.<br />Sie selbst wiederum nehmen sich ungez&uuml;gelte Freiheiten heraus und erlauben sich Dinge respektive Verhalten, f&uuml;r die andere Teile der Gesellschaft ge&auml;chtet werden. Mittlerweile werden diese Vorteile geradezu penetrant und lauthals eingefordert.<br />M&ouml;glich macht all dies die sogernannte Opferrolle. Sie ist zur Zeit eine Paraderolle f&uuml;r alle, die sich vom Normalen, vom sogenannten Mainstream abheben wollen.<br />Minderheiten, die sich in einer Opferrolle gefallen, werden inzwischen von vielen Parteien, Organisationen und Institutionen hofiert und umworben. ]]></content:encoded></item><item><title>Das Jahrzehnt der Sprache</title><dc:subject>Kolumnen</dc:subject><dc:date>2021-12-06T21:35:00+01:00</dc:date><link>http://www.nasenst/blog/files/5213e0f8c549b2f3cbf565d647340b3f-38.html#unique-entry-id-38</link><guid isPermaLink="true">http://www.nasenst/blog/files/5213e0f8c549b2f3cbf565d647340b3f-38.html#unique-entry-id-38</guid><content:encoded><![CDATA[Das angebrochene Jahrzehnt sei dasjenige der Sprache, heisst es. Das vorg&auml;ngige &ndash; offenbar dasjenige der Schrift - war vor allem gepr&auml;gt von Kurzmitteilungen. SMS und E-Mail hatten Hochkonjunktur, Twitter, Facebook sowie all die anderen unsozialen Medien waren im Hype. Die Eintr&auml;ge, neudeutsch &bdquo;posts&ldquo;, begannen jedoch immer mehr der gesprochenen Sprache zu &auml;hneln, sodass sogar mehrere Lehrer forderten, dass die Sch&uuml;ler k&uuml;nftig phonetisch schreiben d&uuml;rfen sollten. Auch die Pendlerzeitungen und Online-Newsportale mit ihren Titeln, die suggerieren man m&uuml;sse den Inhalt gar nicht lesen um informiert zu sein, trugen dazu bei, mit wenig Schrift viel transportieren zu wollen. Und selbst wenn man sich bem&uuml;hte, die ultrakurzen Texte noch zu lesen, so spr&uuml;hten sie geradezu vor Banalit&auml;t, Trivialit&auml;t und Oberfl&auml;chlichkeit. (Von Grammatik- und Schreibfehlern will ich hier gar nicht erst reden.) Fakten wurden verflacht, Zusammenh&auml;nge vereinfacht und Tatsachen verw&auml;ssert. Die Menge an Geschriebenem stand zunehmend in krassem Gegensatz zu den Inhalten.]]></content:encoded></item><item><title>Serieophilie - &#x201e;Soap-Kolumne&#x201c; 2/2</title><dc:subject>Kolumnen</dc:subject><dc:date>2021-11-11T12:44:00+01:00</dc:date><link>http://www.nasenst/blog/files/8b8e443fbe24746f00d597bcb4ce8740-37.html#unique-entry-id-37</link><guid isPermaLink="true">http://www.nasenst/blog/files/8b8e443fbe24746f00d597bcb4ce8740-37.html#unique-entry-id-37</guid><content:encoded><![CDATA[Die unbeantwortete Frage der ersten Soap-Kolumne (1/2) lautete: Warum sind wir der Serieophilie so verfallen? Die Ursache liegt zum einen wohl in der uns innewohnenden Empathie. Wir interessieren uns daf&uuml;r, was in unserem Umkreis, in unserer Gesellschaft vorgeht. Wir haben ein endogenes Sensorium f&uuml;r das Befinden der Mitmenschen, f&uuml;r das Auf und Ab in der Gesellschaft. Zum anderen h&auml;ngt es mit unserer uners&auml;ttlichen Lust und Gier auf unendliche Geschichten, die aus dem Leben gegriffen sind, zusammen und drittens langt man irgendwann dort an, wo die Geheimnisse der Gestalten und des Milieus weitgehend enth&uuml;llt sind und man sich in einer vertrauten Welt bewegt, in der sich eine gewisse Parit&auml;t zwischen den Charakteren und dem Zuschauer herausgebildet hat. Man m&ouml;chte als Zuschauer in dieser Vertraulichkeit immer gemeinsam weiterschreiten und nie aufh&ouml;ren. ]]></content:encoded></item><item><title>Stoffe</title><dc:subject>Kolumnen</dc:subject><dc:date>2021-10-22T21:49:00+02:00</dc:date><link>http://www.nasenst/blog/files/d30038234e110c9c9d1a3f3554e40b3a-34.html#unique-entry-id-34</link><guid isPermaLink="true">http://www.nasenst/blog/files/d30038234e110c9c9d1a3f3554e40b3a-34.html#unique-entry-id-34</guid><content:encoded><![CDATA[Ein bisschen erstaunt war ich schon als ich die grosse Palette an angebotenen Stoffen in dem etwas k&uuml;hl wirkenden Verkaufsladen erblickte. &sbquo;A. Huber &ndash; Stoffe aller Art&rsquo; stand auf dem kleinen Messingschild neben der Eingangst&uuml;re. Das Navigationsger&auml;t meines Autos hatte mich direkt vor den Laden gebracht, sonst h&auml;tte ich ihn wohl kaum gefunden. Gebannt schaute ich mich in dem grossen, schlecht beleuchteten Lokal um. Lauter Stoffe: Baustoffe, Geruchstoffe, chemische Stoffe wie Wasserstoff und Sauerstoff, Verbandsstoff, Riechstoffe, Betriebsstoff, was das Herz begehrt. &bdquo;Das ist ja unglaublich welch reichhaltiges Sortiment an Stoffen Sie hier vorr&auml;tig haben.&ldquo; sagte ich in einem Tonfall, der sowohl &Uuml;berraschung wie auch Erstaunen ausdr&uuml;cken sollte.]]></content:encoded></item><item><title>Von Schlagzeilen erschlagen oder Die Titelei</title><dc:subject>Kolumnen</dc:subject><dc:date>2021-09-13T12:27:00+02:00</dc:date><link>http://www.nasenst/blog/files/dc339b342a045d951d5bd0a50575482e-36.html#unique-entry-id-36</link><guid isPermaLink="true">http://www.nasenst/blog/files/dc339b342a045d951d5bd0a50575482e-36.html#unique-entry-id-36</guid><content:encoded><![CDATA[&laquo;Im Kanton St. Gallen kann die breite Bev&ouml;lkerung ab sofort Corona-Hilfe beantragen&raquo;, lautete k&uuml;rzlich der Titel eines Artikels in einem Online-Medium. &laquo;Gibt es denn auch eine enge Bev&ouml;lkerung?&raquo; fragte ich mich sofort. Und dies, meine Lieben, ist beileibe nicht der groteskeste und abartigste Titel eines journalistischen Geschreibsels, den ich in den vergangenen Tagen gelesen habe. &laquo;Firmen setzen auf Covid-Zertifikat beim Maskentragen oder der Kantine&raquo; ist ein weiteres brisantes &laquo;Schmankerl&raquo; eines unsinnigen fehlerhaften Titels.<br />Ich hatte mich schon wiederholt gewundert wie unbedarft, ja geradezu oberfl&auml;chlich und &laquo;undeutsch&raquo; in letzter Zeit die Titel &ndash; heissen ja jetzt &laquo;Headlines&raquo; &ndash; daherkommen. Man kann sich schlichtweg nicht vorstellen, dass Journalisten am Laufmeter solch haneb&uuml;chene, vor Grammatikfehlern strotzende und wortungewandte Titel niederschreiben k&ouml;nnen. Wozu studieren sie denn mehrere Semester? Schliesslich hat mich die Lekt&uuml;re eines Artikels in einem Online-Portal schier umgehauen. Da stand in grossen Lettern tats&auml;chlich: &laquo;Internet killed the headline oder Wenn Textautomaten f&uuml;r Suchmaschinen schreiben.&raquo; Da war ich nun wirklich baff. Das Expos&eacute; beschrieb wie die k&uuml;nstliche Intelligenz Einzug in die Redaktionen h&auml;lt, indem behauptet wird, dass Algorithmen nicht nur ganze Texte schrieben, sondern auch Titel und Schlagworte generierten.]]></content:encoded></item><item><title>Wandern statt Action</title><dc:subject>Kolumnen</dc:subject><dc:date>2021-08-26T13:03:00+02:00</dc:date><link>http://www.nasenst/blog/files/fadd8c64fcf1b176f5c9d51084efa32a-35.html#unique-entry-id-35</link><guid isPermaLink="true">http://www.nasenst/blog/files/fadd8c64fcf1b176f5c9d51084efa32a-35.html#unique-entry-id-35</guid><content:encoded><![CDATA[Es ist ein wundersch&ouml;ner Sonntagnachmittag. In den St&auml;dten herrscht eine schier unertr&auml;gliche Hitze aber in der H&ouml;he, genau gesagt auf 1800 Meter &uuml;ber Meer - wo ich mich gerade befinde - ist die Temperatur herrlich angenehm und es weht ein laues L&uuml;ftchen. Die Tyrolienne von der Bergstation der Seilbahn 500 Meter hinunter zum tiefblauen Bergsee &ndash; heisst hier &bdquo;Zipline-Flyer&ldquo; hat Hochsaison. Ein etwas &auml;lterer Bergg&auml;nger - das k&ouml;nnte durchaus ich sein - schaut sich interessiert die Tafel &uuml;ber die hier oben anzutreffenden Bergblumen an, w&auml;hrend um ihn herum das Gejohle der zum See hinunter sausenden Menschen keinen Unterbruch duldet. Er wanderte ein paar hundert Meter dem t&uuml;rkisblau schimmerden Bergsee entlang, wo ihn das &uuml;berkandidelte Geschrei, das Zetermordio der Kinder im &bdquo;Adventure Park&ldquo; empfingen. Er hatte sich schwer get&auml;uscht, denn er dachte hier w&auml;re es etwas besinnlicher. Gestern war er im Appenzellerland, wo ihn das Gekreisch und die Freudenschreie der Besucher, die rasant die Sommerschlittelbahn hinunter kurvten, fast die Besinnung raubten, w&auml;hrend er versuchte die Spitzen des unglaublich sch&ouml;nen Bergpanoramas zu bestimmen.<br />]]></content:encoded></item><item><title>Gedankenspazierg&#xe4;nge</title><dc:subject>Kolumnen</dc:subject><dc:date>2021-07-12T13:25:00+02:00</dc:date><link>http://www.nasenst/blog/files/8e0d069c1a43c12dfacd86fae1b394e6-33.html#unique-entry-id-33</link><guid isPermaLink="true">http://www.nasenst/blog/files/8e0d069c1a43c12dfacd86fae1b394e6-33.html#unique-entry-id-33</guid><content:encoded><![CDATA[Spazieren ist gesund. Regelm&auml;ssiges Gehen beugt nicht nur k&ouml;rperlichen Beschwerden vor, es ist auch eine Wohltat f&uuml;r den Geist, wie es bereits H&ouml;lderlin formuliert hatte. Durch ungetr&uuml;btes Spazieren kommt man in einen fast meditativen Zustand. Das passiert allerdings nur, wenn man alleine geht und keine Musik die Ohren beschallt. Die Gedanken kommen und gehen, alles ist im Fluss, genauso wie gleichm&auml;ssige Schritte. Ohne mich allzu wissenschaftlich profilieren zu wollen, m&ouml;chte ich an dieser Stelle doch gerne festhalten, dass fundierte Studien zeigen, dass Spazieren gesund ist. So zeigte etwa eine Studie der University of Pittsburgh, dass schon zehn Kilometer langsames Gehen pro Woche dazu beitragen, das Gehirnvolumen und damit die Erinnerungsf&auml;higkeit besser zu erhalten und so Demenz und Alzheimer zu bremsen und laut einer Studie der University of California in Los Angeles verringern schon zehn Minuten t&auml;gliches Spazieren das Glaukom-Risiko (Risiko an gr&uuml;nem Star zu erkranken) um 25 Prozent.<br />&bdquo;Woher kommen eigentlich die Gedanken?&ldquo; fragte mich einst ein Kind.]]></content:encoded></item><item><title>Gefl&#xfc;gelte Worte</title><dc:subject>Kolumnen</dc:subject><dc:date>2021-06-15T18:59:00+02:00</dc:date><link>http://www.nasenst/blog/files/74d33282e9574dbac5fa1d966a0b28a5-32.html#unique-entry-id-32</link><guid isPermaLink="true">http://www.nasenst/blog/files/74d33282e9574dbac5fa1d966a0b28a5-32.html#unique-entry-id-32</guid><content:encoded><![CDATA[Entgegen anderweitiger Behauptungen stimmt es absolut nicht, dass Worte wie Amsel, Drossel, Fink und Meise oder Boeing-747, Airbus-A320 und Jumbolino zu den gefl&uuml;gelten Worten z&auml;hlen. Auch Pegasus, das m&uuml;ssen Sie mir glauben, ist kein gefl&uuml;geltes Wort (sondern ein gefl&uuml;geltes Pferd). Als Gefl&uuml;geltes Wort wird n&auml;mlich ein literarisches Zitat bezeichnet, das als Redewendung Eingang in den allgemeinen Sprachgebrauch gefunden hat, wobei dessen Herkunft im Allgemeinen eindeutig nachgewiesen werden kann. ]]></content:encoded></item><item><title>Das Plattit&#xfc;denschwein</title><dc:subject>Kolumnen</dc:subject><dc:date>2021-05-06T12:26:05+02:00</dc:date><link>http://www.nasenst/blog/files/db930fb616959cef68da4ff8ee8c7323-31.html#unique-entry-id-31</link><guid isPermaLink="true">http://www.nasenst/blog/files/db930fb616959cef68da4ff8ee8c7323-31.html#unique-entry-id-31</guid><content:encoded><![CDATA[&bdquo;Gewiss, es waren sorgsam gew&auml;hlte Worte, wie immer zu guten Formulierungen zusammengesetzt, und doch klangen sie im Mund von Emmanuel Macron zumindest diesmal, in diesem aufgebauschten Rahmen der pr&auml;sidialen Ansprache hinter seinem &Eacute;lys&eacute;eb&uuml;ro mit dem pl&auml;tschernden Brunnen im Garten des Pr&auml;sidentenpalastes im Hintergrund, so hohl und nichtssagend wie wohl noch nie, seit der im Grunde begnadete Rhetoriker Macron im Amt ist,&ldquo; war in einer Analyse der Rede zur Lage der Nation des franz&ouml;sischen Staatspr&auml;sidenten im Juni zu lesen. Die Rede war tats&auml;chlich eine kolossale Aneinanderreihung von Plattit&uuml;den. Doch Pr&auml;sident Macron ist beileibe nicht hat der Einzige, der sich nicht getraut klare, unmissverst&auml;ndliche und unzweideutige Aussagen zu machen. Sowas braucht Zivilcourage und die kann man ja von einem Politiker, der schliesslich wiedergew&auml;hlt werden will, partout nicht verlangen. Wenn Macron f&uuml;r jeden Gemeinplatz, den er in seiner Rede benutzt hatte, ein 2-Euro-St&uuml;ck in ein Plattit&uuml;denschwein h&auml;tte werfen m&uuml;ssen, w&auml;re selbst ein riesengrosses Sparschwein prallvoll geworden. (Dabei ist sparen ein Wort, das die Franzosen offenbar selbst in der franz&ouml;sischen &Uuml;bersetzung nicht verstehen.) In der Hochpreisinsel Schweiz m&uuml;sste man logischer- und konsequenterweise  einen &bdquo;F&uuml;nfliber&ldquo; (5-Franken-St&uuml;ck) in das Phrasenschwein werfen.]]></content:encoded></item><item><title>Der Scherbenhaufen oder Was von 68 &#xfc;brigbleibt</title><dc:subject>Kolumnen</dc:subject><dc:date>2021-04-20T16:03:00+02:00</dc:date><link>http://www.nasenst/blog/files/02db6ae2d9758336682961e049a924d9-30.html#unique-entry-id-30</link><guid isPermaLink="true">http://www.nasenst/blog/files/02db6ae2d9758336682961e049a924d9-30.html#unique-entry-id-30</guid><content:encoded><![CDATA[&bdquo;Feuer in Paris, Rauch in den Strassen von Berlin.&ldquo; Mit dieser Zeile beginnt das Lied &bdquo;Summer 68&ldquo; von Polo Hofer. Aber diese Aktionen von Chaoten waren bei Weitem nicht die zentrale oder einzige Aktivit&auml;tder 68er Bewegung. Nat&uuml;rlich hatten die Krawalle am Limmatquai n Z&uuml;rich die ganze Schweiz in Atem gehalten, aber wie Wolfgang Kraushaar in seinem Buch &bdquo;1968&ldquo; schreibt, &bdquo;wurde damals der gesamte Kanon an sozialen Werten auf den Pr&uuml;fstand gestellt.&ldquo; Sozusagen ein Rundumschlag gegen alle Konventionen.<br />Das Jahr 1968 fiel mit dem Ende meiner Gymnasialzeit zusammen und ergo auch mit dem Ende meiner Pubert&auml;t. Auch wir Mittelsch&uuml;ler waren an der Bewegung beteiligt, aber nur am Rande, hatten uns doch die Philosophielehrer mit dem marxistisch-leninistischen Basis-&Uuml;berbau den Speck der Revolution durch den Mund gezogen. Selbstredend wollten wir teilhaben an der mitteleurop&auml;ischen Kultur- und Politrevolution, aber nur gerade so viel, dass es den bequemen Kokon, der ein ungest&ouml;rtes, feudales Leben erlaubte, nicht st&ouml;rte, geschweige denn zerst&ouml;rte. Auch ich war nat&uuml;rlich von dem &bdquo;gigantischen Befreiungsschlag&ldquo;, der sich offenbar offerierte, begeistert, hatte aber, bedingt durch die Zielrichtung Studium, wie meine Kommilitonen auch, eigentlich keine Zeit f&uuml;r Aufruhr, Rebellion und Strassengewalt.<br />In der Provinz wo ich aufgewachsen bin, herrschte eine noch weitgehend heile Welt.]]></content:encoded></item><item><title>Schafft bloss die Adjektive nicht ab&#x21; &#x2013; Eine Replik.</title><dc:subject>Kolumnen</dc:subject><dc:date>2021-03-15T18:40:02+01:00</dc:date><link>http://www.nasenst/blog/files/91da87c11756424f3a45af7624657843-29.html#unique-entry-id-29</link><guid isPermaLink="true">http://www.nasenst/blog/files/91da87c11756424f3a45af7624657843-29.html#unique-entry-id-29</guid><content:encoded><![CDATA[Es geht um Folgendes: Vor nicht allzu langer Zeit las ich in einem Schweizer Online-Journal einen Beitrag mit dem Titel: &bdquo;Schafft die Adjektive ab!&ldquo;. Der Autor ereifert sich darin, dass zum Beispiel Morde immer als &bdquo;schrecklich&ldquo; bezeichnet, Schrillen immer als &bdquo;laut&ldquo; und Schl&auml;gereien stets als &bdquo;brutal&ldquo; charakterisiert w&uuml;rden. Nat&uuml;rlich musste er sich dabei auf eine Auswahl beschr&auml;nken, aber man k&ouml;nnte wirklich fast unz&auml;hlige weitere Beispiele anf&uuml;gen wie etwa, dass fast jede erw&auml;hnte Aussicht als&bdquo;traumhaft&ldquo; beschrieben wird, die meisten M&auml;nner sich &bdquo;unwiderstehlich&ldquo; vorkommen, Abenteuer stets &bdquo;phantastisch&ldquo; sind und das Tempo in Verfolgungsszenen immer &bdquo;atemberaubend&ldquo; ist. Der Verfasser des erw&auml;hnten Artikels schreibt: &bdquo;Viele Adjektive haben wegen ihres inflation&auml;ren Gebrauchs l&auml;ngst ihre Kraft verloren: Schrecklich, wunderbar, wundersch&ouml;n, herrlich, katastrophal, furchtbar, einzigartig, schlimm - was heisst das schon? Das sind nur noch Worth&uuml;lsen. Mit ihrem verschwenderischen Einsatz von ausschm&uuml;ckenden Adjektiven und Adverbien wollten gewisse Schreiber ihre vermeintlich literarische Begabung zum Ausdruck bringen und sich als kreative Sprachsch&ouml;pfer inszenieren. Das Ergebnis ist oft nur peinlich.&ldquo; Er findet sich in bester Gesellschaft, denn schon Mark Twain schrieb in einem Brief an D.W. Bowser: &bdquo;Wenn Sie ein Adjektiv sehen, bringen sie es um!&ldquo; und Georges Clemenceau, Zeitungsverleger und sp&auml;ter franz&ouml;sischer Ministerpr&auml;sident, wies seine Redakteure an: &bdquo;Bevor Sie ein Adjektiv hinschreiben, kommen Sie zu mir in den dritten Stock und fragen, ob es n&ouml;tig ist.&ldquo;]]></content:encoded></item><item><title>Der Friedhof des unn&#xfc;tzen Wissens</title><dc:subject>Kolumnen</dc:subject><dc:date>2021-02-25T15:03:49+01:00</dc:date><link>http://www.nasenst/blog/files/c8c762b1651e97792975285b9ad32872-28.html#unique-entry-id-28</link><guid isPermaLink="true">http://www.nasenst/blog/files/c8c762b1651e97792975285b9ad32872-28.html#unique-entry-id-28</guid><content:encoded><![CDATA[Neben dem allseits bekannten Autofriedhof gibt es noch weiter Friedh&ouml;fe, die nicht so popul&auml;r sind. Der Friedhof der Ideen von Google zum Beispiel. Dort stranden alle sogenannten &bdquo;Rohrkrepierer&ldquo;, das heisst alle vor lauter &Uuml;bermut, geistiger Z&uuml;gellosigkeit und Disziplinlosigkeit generierten Ideen, die sich entweder nicht verwirklichen lassen, die keinen gen&uuml;genden Gewinn abwerfen, sich definitiv als utopisch erwiesen haben oder die sich als unzeitgem&auml;ss, kurzum als Hirngespinste, herausstellten. Oder den Friedhof der ungelesenen B&uuml;cher. Sie glauben ja gar nicht wie viele Leute bei sich zu Hause einen Friedhof der ungelesenen B&uuml;cher haben. Ich mit eingeschlossen. Da schreibt einer, dies oder das sei ein grossartiges Buch, also muss man es sich erstehen. Auch die Bestsellerlisten tragen das ihrige dazu bei, dass ich stets neue B&uuml;cher kaufen muss. &bdquo;Hast Du den neuen &bdquo;Suter&ldquo; schon gelesen?&ldquo; fragt mich die Arbeitskollegin und schon muss ich mich erneut in die Buchhandlung bem&uuml;hen. Dann gibt es noch den Friedhof der unerkannten Talente. <br />Was h&ouml;rt man nicht alles &uuml;ber verkannte Genies, geringesch&auml;tzte Wunderkinder oder unterbewertete Koryph&auml;en. Bald jede Familie hat n&auml;mlich einen hochbegabten Fussballer, eine S&auml;ngerin mit noch nie da gewesener Stimme oder mindestens ein Tennistalent, eine h&ouml;chst begnadete T&auml;nzerin oder einen pr&auml;destinierten zuk&uuml;nftigen Autorennfahrer vorzuweisen. Nebenan liegt der Friedhof der unver&ouml;ffentlichten B&uuml;cher. Es ist ja kein Geheimnis, dass sich inzwischen so viele Leute Autor nennen, dass die Verlage gar nicht mehr in der Lage sind all die Manuskripte zu sichten, geschweige denn die daraus entstehen sollenden B&uuml;cher zu verlegen weshalb Hunderte von Romanen auf dem Friedhof der unver&ouml;ffentlichten B&uuml;cher landen. Das hat andererseits dem sogenannten Selfpublishing enormen Aufwind gegeben. Aber machen wir uns nichts vor, nur die Tatsache, dass irgendwo auf der Welt ein Buch gedruckt wird macht es a) nicht stante pede zu einem Bestseller und b) nicht automatisch zu einem literarischen Leckerbissen.]]></content:encoded></item><item><title>Das Museum der Ideen</title><dc:subject>Kolumnen</dc:subject><dc:date>2021-02-14T11:05:00+01:00</dc:date><link>http://www.nasenst/blog/files/4903901435a1ec56c8775869d23467f0-27.html#unique-entry-id-27</link><guid isPermaLink="true">http://www.nasenst/blog/files/4903901435a1ec56c8775869d23467f0-27.html#unique-entry-id-27</guid><content:encoded><![CDATA[Anno 1930 gab es in Russland tats&auml;chlich einen Museumskongress, dessen Beschl&uuml;sse eine marxistisch-leninistische Umgestaltung der Ausstellungen nach sich ziehen sollte. Der aus den Beschl&uuml;ssen resultierende &bdquo;Kampf gegen den Objektfetischis-mus&ldquo; f&uuml;hrte in der Tat zu einem bemerkenswerten Resultat n&auml;mlich der Proklamation des Museums der Ideen, welches das Museum der Objekte abl&ouml;sen sollte. Originale respektive Objekte wurden durch Repliken und Texte ersetzt. In Barcelona gibt es ein Museum der Ideen und Erfindungen, kurz miba genannt. Dieses wahrlich unterhaltsame Museum ist eine Realisation des Erfinders Pep Torres und verfolgt das Ziel, den Geist seiner Besucher f&uuml;r neue Ideen und Erfindungen zu &ouml;ffnen. Die Sammlung folgt einem neuen Trend: sinnlose und absurde Erfindungen.<br />Ich m&ouml;chte Ihnen aber ein ganz anderes Museum der Ideen vorstellen.]]></content:encoded></item><item><title>Verw&#xf6;hnen und andere zu Schanden gerittene W&#xf6;rter</title><dc:subject>Kolumnen</dc:subject><dc:date>2021-01-06T14:10:00+01:00</dc:date><link>http://www.nasenst/blog/files/a298620b7afc27159d92016a624b73c7-26.html#unique-entry-id-26</link><guid isPermaLink="true">http://www.nasenst/blog/files/a298620b7afc27159d92016a624b73c7-26.html#unique-entry-id-26</guid><content:encoded><![CDATA[Es gibt Vokabeln, die wie Universalschl&uuml;ssel &uuml;berall passen. Doch W&ouml;rter, die man immer sagen kann, sagen am Ende gar nichts mehr. Da w&auml;ren mal die W&uuml;rzw&ouml;rter. Diese dienen dazu, der eigenen Aussage eine bestimmte subjektive T&ouml;nung zu geben. Sie kennen diesen Typ Wort sicher bestens. Wie steht es mit den Plastikw&ouml;rtern? Diese sind vor allem in der Werbesprache beliebt. Paradebeispiele sind Ausdr&uuml;cke wie &bdquo;Struktur&ldquo; oder &bdquo;System&ldquo;, die nach viel klingen und dabei nichts oder fast nichts bedeuten. Zudem haben sie wegen der inflation&auml;ren Verwendung jeglichen bedeutsamen Inhalt verloren. Der Begriff Hochwertwort ist der Rhetorik entlehnt, aber auch die Linguistik der Werbesprache bedient sich dieser W&ouml;rter sehr gerne, denn die W&ouml;rter oder kurzen Phrasen locken positive Emotionen hervor. In politischen Reden werden sie gezielt eingesetzt, um die Zuh&ouml;rer f&uuml;r die eigene Position zu gewinnen. Mit Hochwertw&ouml;rtern verbinden die Menschen ein hohes Ansehen, Prestige und vermitteln deshalb positive Assoziationen an ein beworbenes Produkt, was die Zahl derer Verwendung in stratosph&auml;rische Dimensionen treibt. Allen diesen speziellen linguistischen Komponenten gemeinsam ist eben, dass sie beinahe in jeder Situation angewandt werden k&ouml;nnen, dem Zuh&ouml;rer oder Leser Wichtigkeit, Substanz und Relevanz suggerieren aber letztendlich bloss hohle Worth&uuml;lsen bleiben. Aber die Inflation betrifft beileibe nicht nur die erw&auml;hnten Wortarten. Die aktuell unertr&auml;gliche Monotonie der Berichterstattung und wahrscheinlich auch die Fr&uuml;chte von unz&auml;hligen Managementseminaren f&uuml;hren zu einer un&uuml;berschaubaren Propagation vermeintlich intellektuell imponierender Termini. Ein reines Geplapper.<br />Den Reigen der abgewirtschafteten W&ouml;rter er&ouml;ffnet verw&ouml;hnen.]]></content:encoded></item><item><title>Der Kampf um die Aufmerksamkeit</title><dc:subject>Kolumnen</dc:subject><dc:date>2020-12-03T15:47:37+01:00</dc:date><link>http://www.nasenst/blog/files/59c6505b2677e951abdff68b04c61c7c-25.html#unique-entry-id-25</link><guid isPermaLink="true">http://www.nasenst/blog/files/59c6505b2677e951abdff68b04c61c7c-25.html#unique-entry-id-25</guid><content:encoded><![CDATA[Um Aufmerksamkeit zu bekommen, ist zorniges Anprangern das Mittel par excellence. Mit Ellbogen, Haken und &Ouml;sen wird in fast allen Sparten um die Aufmerksamkeit des Publikums, der Leser, der Zuh&ouml;rer, der W&auml;hler, kurz der Marktteilnehmer, gek&auml;mpft. Vor allem aber ist es ein Gefecht um das Interesse der potentiellen Konsumenten auf sich zu lenken. Es gibt ja bekanntermassen neuerdings keine B&uuml;rger mehr sondern nur noch Parteigenossen, Steuerzahler und Konsumenten. Lautstark, bunt, grell, gigantisch sind die Attribute dieses Kampfes mit dem Ziel aus der Masse herauszustechen. Es geht darum um jeden Preis aufzufallen. Daf&uuml;r ist nichts exotisch, erratisch, entr&uuml;ckt, schr&auml;g oder provokant genug. Aufgefallen ist mir diese Werbeschlacht um Aufmerksamkeit so richtig anl&auml;sslich der letzten Wahlen. Wo noch ein bisschen Freiraum war fanden sich Wahlplakate, die mit einf&auml;ltigem, trivialem Text oder billigen zum Teil primitiven Karikaturen brachial f&uuml;r eine Partei warben. In der Mehrzahl der F&auml;lle grinste mir jedoch ein respektabel retouchiertes Portrait der Selbstdarsteller zu. Man muss offenbar schon Werber sein, um zu verstehen warum man auf Grund einer Plattit&uuml;de, Albernheit oder Geistlosigkeit Herrn X oder Frau Y respektive diese oder jene Partei w&auml;hlen sollte. ]]></content:encoded></item><item><title>Die Kehrtwende oder Das Zeitalter von Lug und Trug</title><dc:subject>Kolumnen</dc:subject><dc:date>2020-10-21T12:18:24+02:00</dc:date><link>http://www.nasenst/blog/files/487cbed9335262321ef0238b597bc5aa-23.html#unique-entry-id-23</link><guid isPermaLink="true">http://www.nasenst/blog/files/487cbed9335262321ef0238b597bc5aa-23.html#unique-entry-id-23</guid><content:encoded><![CDATA[Mit seinem von der Naturphilosophie Epikurs inspirierten Lehrgedicht &bdquo;De rerum natura&ldquo; hatte der r&ouml;mische Dichter Lukrez die atomistische Struktur des Universums beschrieben und es sich zur Aufgabe gemacht, das Dunkel der Unwissenheit aus den K&ouml;pfen zu vertreiben sowie die Menschen von einem falschen Glauben an die G&ouml;tter zu bewahren und von der Angst vor dem Tod zu befreien. Seinen Erkenntnissen war kein Erfolg beschieden. Diesem Konzept war keine allgemeine Akzeptanz beschieden und das Werk ist &uuml;ber lange Jahrhunderte wieder in Vergessenheit geraten. Damit war auch ein erster Anflug von Aufkl&auml;rung im Sande verlaufen.<br />Die nachmalige Aufkl&auml;rung des 18. Jahrhunderts wird oft und gerne als &bdquo;die Wende&ldquo; apostrophiert. In der Tat handelte es sich dabei um eine schleichende Revolution. Vor dieser grossen Wende war das Meiste Hokuspokus, Aberglaube, schwarze Kunst oder Hexerei. Jede Krankheit, jedes nicht gerade augenf&auml;llige Ph&auml;nomen oder jedes Ungl&uuml;ck wurde einer geheimnisvollen Kraft, der Teufelskunst oder Geisterbeschw&ouml;rung angelastet. Oft war deshalb auch schnell ein Schuldiger gefunden. Denunziation, Inquisition und Intrigen hatten Hochkultur. Vieles war Blendwerk, wurde der Zauberei zugeordnet oder als Teufelswerk apostrophiert. Scherbengerichte waren an der Tagesordnung.]]></content:encoded></item><item><title>Serieophilie - &#x201e;Soap-Kolumne&#x201c; 1/2</title><dc:subject>Kolumnen</dc:subject><dc:date>2020-09-14T10:04:00+02:00</dc:date><link>http://www.nasenst/blog/files/197e47e98060dc19c34c19f321461eeb-22.html#unique-entry-id-22</link><guid isPermaLink="true">http://www.nasenst/blog/files/197e47e98060dc19c34c19f321461eeb-22.html#unique-entry-id-22</guid><content:encoded><![CDATA[&bdquo;Soap-Kolumne&ldquo; ist nat&uuml;rlich eine Allusion zu &bdquo;soap opera&ldquo;. Mit &bdquo;Seife&ldquo; hat diese Kolumne ebenso wenig zu tun wie die &bdquo;soap opera&ldquo; selber. Oder ist es doch ganz anders? Tats&auml;chlich waren in den 50er-Jahren in den USA zwischen elf und sechzehn Uhr vier von sechs Fernsehzuschauern weiblich. Aus diesem Grunde waren die haupts&auml;chlichen Werbesponsoren der in dieser Zeitperiode ausgestrahlten Serien Seifenhersteller (Proctor&Gamble, Colgate-Palmolive, Lever Brothers etc.). Der Name &bdquo;soap opera&ldquo; hat sich in der Folge etabliert, obwohl in der Werbung allm&auml;hlich die Seife durch Putzmittel, Hautpflegeprodukte, Parfums und Make-up-Produkte ersetzt wurde. Diese Serien waren also vorwiegend auf ein weibliches Publikum, konkret Hausfrauen, ausgerichtet.<br />Doch nun zum eigentlichen Thema: Die Liebe zu Serien wurde uns schon im Kindergartenalter anerzogen. Das Warten auf die n&auml;chste Ausgabe von &bdquo;Mickey Mouse&ldquo; oder &bdquo;Fix und Foxy&ldquo; war eine echte Pein. Die Geschichten h&ouml;rten immer im spannendsten Moment auf. Diese Z&auml;sur kam einer echten psychologischen Folter gleich. Selbst das ersatzlose Streichen des Abendessens w&auml;re weit weniger schlimm gewesen. ]]></content:encoded></item><item><title>Gross in Mode: Die Modalpartikeln</title><dc:subject>Kolumnen</dc:subject><dc:date>2020-08-27T17:48:00+02:00</dc:date><link>http://www.nasenst/blog/files/cd5a477c32f07e2bdec791ac10232134-13.html#unique-entry-id-13</link><guid isPermaLink="true">http://www.nasenst/blog/files/cd5a477c32f07e2bdec791ac10232134-13.html#unique-entry-id-13</guid><content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;"><span style="font:18px Times, Georgia, Courier, serif; ">Gl&uuml;ck im Ungl&uuml;ck. Da bin ich doch wieder einmal &uuml;ber ein Spezifikum der Deutschen Sprache gestolpert, n&auml;mlich &uuml;ber eine Modalpartikel. Ich h&auml;tte es eigentlich besser wissen m&uuml;ssen. &bdquo;Pass doch auf im Umgang mit Partikeln,&ldquo; wurde ich n&auml;mlich schon wiederholt belehrt. Erfreulicherweise habe ich mir keine ernsthafte Verletzung zugezogen aber es wurde mir schlagartig klar, dass es h&ouml;chste Zeit ist f&uuml;r eine weitere Auseinandersetzung mit der Deutschen Grammatik. Modalpartikeln sind - entgegen anderslautenden Berichten - n&auml;mlich nicht Bruchst&uuml;cke von ausgedienten Satelliten, die auf die Erde herunterprasseln. Das w&auml;ren dann wohl Modulpartikeln.</span></p>]]></content:encoded></item><item><title>Erikativ oder Der gepl&#xfc;nderte Wortschatz</title><dc:subject>Kolumnen</dc:subject><dc:date>2020-07-25T21:38:00+02:00</dc:date><link>http://www.nasenst/blog/files/e5c13b3d5454220c24eebb15306c081e-20.html#unique-entry-id-20</link><guid isPermaLink="true">http://www.nasenst/blog/files/e5c13b3d5454220c24eebb15306c081e-20.html#unique-entry-id-20</guid><content:encoded><![CDATA[Beim Wortschatz handelt es sich um die Gesamtheit aller W&ouml;rter einer Sprache zu einem bestimmten Zeitpunkt oder um die Gesamtheit aller W&ouml;rter einer Sprache, die ein einzelner Sprecher kennt oder verwendet. Zwei Formen des Wortschatzes werden unterschieden: 1. der aktive oder produktive Wortschatz, der vor allem beim Sprechen verwendet wird &ndash; da wir uns ja im numismatischen Zeitalter befinden, muss eben das Geld zum Vergleich herhalten -  also zur Verbildlichung, was man an Geldmenge gerade im Portemonnaie mit sich herumtr&auml;gt und zeitnah ausgeben kann, und 2. der passive oder rezeptive Wortschatz, d.h. jener, der meist nur zum Verstehen gesprochener und geschriebener Texte beitr&auml;gt - also so etwas wie ein Konto bei einer Bank, auf das man bei Bedarf zur&uuml;ckgreifen kann.<br />Nach Sch&auml;tzung des Schatzmeisters der Deutschen Sprache, Konrad Duden, umfasst der Wortschatz der deutschen Standardsprache (Alltagssprache) zirka 75&rsquo;000 W&ouml;rter.  Die Gesamtgr&ouml;sse des deutschen Wortschatzes wird jedoch auf mehrere Millionen W&ouml;rter gesch&auml;tzt. Das scheint ein stattliches Quantum zu sein. Aber wer heutzutage Artikel in den geb&uuml;hrend subventionierten Printmedien und den Informationsportalen im Internet liest, dem kommt es eher vor als sei die gr&ouml;sste Menge dieses Schatzes im Silbersee versunken. Nur einige &bdquo;in&ldquo;-W&ouml;rter &ndash; die mantram&auml;ssig repetiert, fast in jedem Artikel oder jeder Mittteilung zu finden sind - schaffen es noch die Zeit zu &uuml;berleben. Modebegriffe, die f&uuml;r alles herhalten m&uuml;ssen, was irgendwie innovativ, kreativ oder avantgardistisch klingt.&nbsp;Oft endet die Konversation dann in einem unverst&auml;ndlichen, inhaltslosen Geschwurbel. Die differenzierten, treffenden, klassischen deutschen Ausdr&uuml;cke verarmen.]]></content:encoded></item><item><title>Die wankenden Klischees</title><dc:subject>Kolumnen</dc:subject><dc:date>2020-06-18T12:56:00+02:00</dc:date><link>http://www.nasenst/blog/files/56e1f3508c787c54f8fb40a5b4843b1f-19.html#unique-entry-id-19</link><guid isPermaLink="true">http://www.nasenst/blog/files/56e1f3508c787c54f8fb40a5b4843b1f-19.html#unique-entry-id-19</guid><content:encoded><![CDATA[In einem Qualit&auml;tsprintmedium habe ich k&uuml;rzlich gelesen, das Steinzeitklischee sei am wanken. Klischees, so heisst es, entst&uuml;nden oft aus alten Traditionen heraus.&nbsp;Menschen &uuml;bern&auml;hmen h&auml;ufig bestimmte Meinungen vielfach unhinterfragt, weshalb sehr schnell Klischees entstehen. <br />Sehr viele Rollenmuster finden sich beispielsweise &uuml;ber angeblich typisch weibliche und typisch m&auml;nnliche Eigenschaften. Man denke nur an den Bestseller &bdquo;Warum Frauen nicht einparken und M&auml;nner schlecht zuh&ouml;ren k&ouml;nnen&ldquo;. Das sind aber beileibe nicht die einzigen oder repr&auml;sentativsten Klischees betreffend Mann und Frau. Nachstehend eine Auswahl weiterer Gemeinpl&auml;tze betreffend weiblichem respektive m&auml;nnlichem Geschlecht, ohne jedoch den Anspruch auf Vollst&auml;ndigkeit erheben zu wollen. Den M&auml;nnern wird nachgesagt, sie h&auml;tten Angst vor einer festen Bindung, seien gespr&auml;chsresistent, w&uuml;rden nie nach dem Weg fragen, w&uuml;rden nicht putzen, w&uuml;rden immer nur an Sex denken, seien unromantisch und w&uuml;rden den Damen immer zuerst auf die Br&uuml;ste starren, w&auml;hrend Frau offenbar zu viel reden, einen schlechten Orientierungssinn haben, nur an Schuhe denken, stets zu zweit auf die Toilette gehen, immer auf Di&auml;t sind und immer Recht haben. Meiner Meinung nach wanken diese Allgemeinpl&auml;tze nicht wirklich, auch wenn Genderbeauftragte und Gleichstellungsb&uuml;ros uns dies im Brustton der &Uuml;berzeugung weismachen wollen und mantram&auml;ssig immer wiederholen.]]></content:encoded></item><item><title>Geographieunterricht</title><dc:subject>Kolumnen</dc:subject><dc:date>2020-05-23T14:56:00+02:00</dc:date><link>http://www.nasenst/blog/files/5e5a2f2481443fee165018666a4335a0-17.html#unique-entry-id-17</link><guid isPermaLink="true">http://www.nasenst/blog/files/5e5a2f2481443fee165018666a4335a0-17.html#unique-entry-id-17</guid><content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="Globi" src="http://www.nasenst/blog/files/globi.jpg" width="378" height="520" /><br /><br /></p><p style="text-align:left;">Den ersten Geographieunterricht &ndash; zu einer Zeit als ich noch &uuml;berhaupt keine Ahnung hatte was Geographie (Erdkunde) eigentlich bedeutet - erhielt ich von Globi. Mit dieser drolligen, sympathischen Figur lernte ich anhand des Buches &bdquo;Globi und Pinocchio in Venedig&ldquo; ein wenig Oberitalien und vor allem Venedig kennen. Der Gardasee, die Ortschaft Desenzano &ndash; die wie ich Dank Globi wusste am S&uuml;dufer des sch&ouml;nen Gardasees liegt - und nat&uuml;rlich Venedig waren mir schon vor der Lekt&uuml;re des Buches ein Begriff, denn ich war mit meinen Eltern schon mal nach Lignano an der n&ouml;rdlichen Adria in die Badeferien gefahren. F&uuml;r mich z&auml;hlten jedoch vor allem Boggia, Gelati, Sandburgen bauen und Plantschen. Gegen Mittag fuhr der Badezug, wie er so verheissungsvoll hiess, in Milano ein. W&auml;hrend des knapp einst&uuml;ndigen Aufenthaltes entbrannte eine Diskussion dar&uuml;ber, ob es im Zugsabteil heisser sei, wenn das Fenster geschlossen bliebe oder ob bei offenem Fenster noch eine gr&ouml;ssere Hitze ins Abteil str&ouml;me. Es ergab sich eine Pattsituation.</p>]]></content:encoded></item><item><title>Hohe Zeit f&#xfc;r Klugscheisser oder Wie w&#xe4;re es mit einem Social media-lockdown</title><dc:subject>Kolumnen</dc:subject><dc:date>2020-05-01T13:54:08+02:00</dc:date><link>http://www.nasenst/blog/files/256bf27f0b9858cf14de09190526f2b3-18.html#unique-entry-id-18</link><guid isPermaLink="true">http://www.nasenst/blog/files/256bf27f0b9858cf14de09190526f2b3-18.html#unique-entry-id-18</guid><content:encoded><![CDATA[Momentan &uuml;bersch&uuml;ttet man mich in den sozialen Medien mit Hinweisen auf Corona-Spezialwissen und spezifische Hintergrundinformationen, die nicht f&uuml;r jedermann zug&auml;nglich seien. Jeder scheint zu glauben, er f&auml;nde in irgendeiner verstaubten, sprich apokryphen, digitalen Ecke noch ein Qu&auml;ntchen Coronakenntnisse, die es gelte umgehend und breitgestreut zu posten. Corona f&uuml;r den Hausgebrauch sozusagen.<br />Es ist ja schon klar, dass man in Zeiten der Unsicherheit versucht, sich an jedem erdenklichen Strohhalm festzuhalten. Und eigentlich ist es ja auch lieb gemeint, diese Strohhalme mit den Mitbenutzern dieser Medien teilen zu wollen. Aber wenn sich allzu viele an einem Strohhalm festhalten, wird er wohl oder &uuml;bel umknicken. Leider waren die Mehrzahl der Mitteilungen Halbwahrheiten und Nahrung f&uuml;r Panikmache. Es sind vielfach apokalyptische Berichterstattungen. Die katastrophens&uuml;chtigen Medien sind randvoll mit emotionalisierten Meldungen. Dabei wissen wir, dass Angst ein schlechter Ratgeber ist.]]></content:encoded></item><item><title>Die Sprache ist (k)ein Museum</title><dc:subject>Kolumnen</dc:subject><dc:date>2020-04-08T14:27:00+02:00</dc:date><link>http://www.nasenst/blog/files/a293f87a0398651cbe52d75a95196837-16.html#unique-entry-id-16</link><guid isPermaLink="true">http://www.nasenst/blog/files/a293f87a0398651cbe52d75a95196837-16.html#unique-entry-id-16</guid><content:encoded><![CDATA[Ein Germanist betitelte unl&auml;ngst einen seiner Artikel affirmativ mit &bdquo;Die Sprache ist kein Museum&ldquo;. Diese kategorische Aussage hat mich zun&auml;chst richtiggehend geschockt. Wenig sp&auml;ter hat sich Bastian Sick, der Autor der &auml;usserst unterhaltsamen und lesenswerten Buchserie &bdquo;Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod&ldquo;, in einem Interview dahingehend ge&auml;ussert, dass es erlaubt sein m&uuml;sse, mit der Sprache zu experimentieren. Auch diese Anmerkung fand ich in erster Lesung falsch.<br />Wie es einem so geht, im Umgang mit provokativen &Auml;usserungen, so sind auch mir diese beiden Behauptungen immer wieder durch den Kopf gegangen. Schliesslich machte ich dann eine argumentative Kehrtwende. Denn auch ich bin der Meinung, dass die Sprache etwas Lebendiges ist und ein phantastische Plattform f&uuml;r jedwede Kommunikation bietet. Oder eben doch nicht? &bdquo;W&ouml;rter sind wie Katzen, sie machen was sie wollen. Ab und zu verschwinden sie, manchmal tauchen sie wieder auf.&ldquo; habe ich irgendwo gelesen. Und es ist ja tats&auml;chlich so: Unsere Sprache ist ein auf und ab, hin und her, vor und zur&uuml;ck. ]]></content:encoded></item><item><title>Ins Auge gefasst</title><dc:subject>Kolumnen</dc:subject><dc:date>2020-03-21T12:51:00+01:00</dc:date><link>http://www.nasenst/blog/files/d63098a3a0ee36f59f5872c0e87ec2a9-15.html#unique-entry-id-15</link><guid isPermaLink="true">http://www.nasenst/blog/files/d63098a3a0ee36f59f5872c0e87ec2a9-15.html#unique-entry-id-15</guid><content:encoded><![CDATA[Unl&auml;ngst (wenn Sie an dieser Stelle lieber eine Fussnote als eine Klammerbemerkung gehabt h&auml;tten, so muss ich sie entt&auml;uschen, &rsquo;unl&auml;ngst&rsquo; ist ein ungenau definierter Zeitbegriff &auml;hnlich wie &sbquo;zeitnah&rsquo;, der es wohl zum Wort des Jahres gebracht h&auml;tte, wenn da nicht so viele psychosozial, gesellschaftskritisch oder wirtschaftspolitisch unterf&uuml;tterte Konkurrenten im Umlauf w&auml;ren), unl&auml;ngst also habe ich in einem spannenden Kriminalroman gelesen, dass sich die Pupillen von Fluchttieren bei starken Lichtverh&auml;ltnissen zu horizontalen Schlitzen verengen, damit sie nach wie vor das gesamte Gel&auml;nde, das ihnen zur Flucht zur Verf&uuml;gung steht, einsehen k&ouml;nnen. Das fand ich Ignorant besonders interessant. ]]></content:encoded></item><item><title>Fernbedienung</title><dc:subject>Kolumnen</dc:subject><dc:date>2020-02-14T21:08:00+01:00</dc:date><link>http://www.nasenst/blog/files/22f87878291eea75b6839355cefdabcd-14.html#unique-entry-id-14</link><guid isPermaLink="true">http://www.nasenst/blog/files/22f87878291eea75b6839355cefdabcd-14.html#unique-entry-id-14</guid><content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="Zeniths-remote-control" src="http://www.nasenst/blog/files/zeniths-remote-control.jpg" width="374" height="420" /><br /><br /><br /></p><p style="text-align:left;"><br />Wie angenehm und bequem ist es doch im Winter beim nach Hause kommen vom warmen Auto aus per Knopfdruck das Garagentor zu &ouml;ffnen zu. Die Erfindung der Fernsteuerung war in der Tat ein echter Segen.<br />Im Nachruf nach seinem Ableben, bezeichnete der amerikanische Elektronikhersteller ihn als "Zar des Zapping", den "Beach Boy des Channelsurfens" und den "Vater der Fernbedienung". Die Rede ist vom ehemaligen Lagerarbeiter der Firma &bdquo;Zenith&ldquo; Eugene Polley. 1955 erfand der damals 40-J&auml;hrige ein Ger&auml;t, das aussah wie eine Mischung aus F&ouml;hn, Taschenlampe und einer Wasserpistole: Die erste Fernbedienung der Welt. </p>]]></content:encoded></item><item><title>Und der Gewinner ist</title><dc:subject>Kolumnen</dc:subject><dc:date>2020-01-01T15:53:00+01:00</dc:date><link>http://www.nasenst/blog/files/ec6ba86b718a1eb8e64a97a721ac49b3-0.html#unique-entry-id-0</link><guid isPermaLink="true">http://www.nasenst/blog/files/ec6ba86b718a1eb8e64a97a721ac49b3-0.html#unique-entry-id-0</guid><content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;"><span style="font:18px Times, Georgia, Courier, serif; ">Dauernd dankt irgendjemand unter Tr&auml;nen seiner Familie und dem ganzen Team. Sie wissen von was ich rede respektive schreibe. Nun lese ich also, dass gestern der &bdquo;Swiss Music Award&ldquo; vergeben wurde und zwar an ein Duo aus LeLocle. Als praktizierender Ignorant der aktuellen Musikszene ist es ja klar, dass ich keinen blassen Schimmer habe wer dieses Duo ist. Aber, dass die Musikexpertin einer grossen Schweizer Tageszeitung diverse Telefonate f&uuml;hren musste, um herauszufinden, wer diese beiden Musiker eigentlich sind an welche dieser Preis verliehen wurde, liess mich schon aufhorchen und machte mich etwas stutzig. Nichtsdestotrotz wird der Anlass in den Medien als relevanter Entertainment-Event bezeichnet.</span></p>]]></content:encoded></item><item><title>Der Kampf um die Aufmerksamkeit</title><dc:subject>Kolumnen</dc:subject><dc:date>2019-12-09T21:15:46+01:00</dc:date><link>http://www.nasenst/blog/files/23489572cff19ecca86723322a35de46-7.html#unique-entry-id-7</link><guid isPermaLink="true">http://www.nasenst/blog/files/23489572cff19ecca86723322a35de46-7.html#unique-entry-id-7</guid><content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;"><span style="font:18px Times, Georgia, Courier, serif; ">Um Aufmerksamkeit zu bekommen, ist zorniges Anprangern das Mittel par excellence. Mit Ellbogen, Haken und &Ouml;sen wird in fast allen Sparten um die Aufmerksamkeit des Publikums, der Leser, der Zuh&ouml;rer, der W&auml;hler, kurz der Marktteilnehmer, gek&auml;mpft. Vor allem aber ist es ein Gefecht um das Interesse der potentiellen Konsumenten auf sich zu lenken. Es gibt ja bekanntermassen neuerdings keine B&uuml;rger mehr sondern nur noch Parteigenossen, Steuerzahler und Konsumenten. Lautstark, bunt, grell, gigantisch sind die Attribute dieses Kampfes mit dem Ziel aus der Masse herauszustechen. Es geht darum um jeden Preis aufzufallen. </span></p>]]></content:encoded></item><item><title>Smalltalk</title><dc:subject>Kolumnen</dc:subject><dc:date>2019-11-09T21:14:00+01:00</dc:date><link>http://www.nasenst/blog/files/a85f5662285e124e4977f122558daeff-6.html#unique-entry-id-6</link><guid isPermaLink="true">http://www.nasenst/blog/files/a85f5662285e124e4977f122558daeff-6.html#unique-entry-id-6</guid><content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;"><span style="font:18px Times, Georgia, Courier, serif; ">Immer wieder hat mich Prinz Philipp von England verbl&uuml;fft. Nicht, weil er es schaffte, stets einen oder zwei Schritte hinter der K&ouml;nigin zu gehen oder dass er mit &uuml;ber 90 Jahren noch Auto fuhr. Nein, was mich beeindruckte war, egal ob er nach dem Wimbledon-Final mit einem Balljungen, an einem klassischen Konzert mit einem der Musiker, an einem offiziellen Anlass mit der Angetrauten des Staatsoberhauptes von Simbabwe oder in Ascot mit einer Pferdepflegerin sprach, stets schien er ein ad&auml;quates Thema f&uuml;r ein kurzes Gespr&auml;ch mit seinem Gegen&uuml;ber gefunden zu haben. Die Angelsachsen nennen das Smalltalk.</span></p>]]></content:encoded></item><item><title>Kurz oder Die moderne Litfasss&#xe4;ule</title><dc:subject>Kolumnen</dc:subject><dc:date>2019-10-20T19:47:55+02:00</dc:date><link>http://www.nasenst/blog/files/e67d4b8aac0c709c5801ce466bdcd90e-1.html#unique-entry-id-1</link><guid isPermaLink="true">http://www.nasenst/blog/files/e67d4b8aac0c709c5801ce466bdcd90e-1.html#unique-entry-id-1</guid><content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="litfasssäule" src="http://www.nasenst/blog/files/litfasssa0308ule.jpg" width="240" height="315" /><br /><br /><br /></p><p style="text-align:left;">Der Schreibstil eines Thomas Mann hat definitiv ausgedient. Kurz ist die aktuelle, moderne Devise. Kurzwellen waren schon in meinen jungen Jahren die besseren Radiowellen als Mittel- und Langwellen. Ultrakurzwellen, abgek&uuml;rzt UKW, <br />die besten Radiowellen schlechthin. &bdquo;In der K&uuml;rze liegt die W&uuml;rze&ldquo; hatte einer meiner Lehrer am Gymnasium ad nauseam repetiert und zwei beliebte Schlagworte zu jener Zeit lauteten: &bdquo;Kurz und b&uuml;ndig&ldquo;, respektive &bdquo;Kurz und schmerzklos&ldquo;. Ein guter Freund, der ellenlange Geschichten zu erz&auml;hlen weiss, endet jeweils mit der Aussage: &bdquo;Der langen Rede kurzer Sinn, ...&ldquo; und fasst seine Ausschweifungen konzis zusammen</p>]]></content:encoded></item><item><title>Gabeln oder Eine Frage der Zinken</title><dc:subject>Kolumnen</dc:subject><dc:date>2019-09-04T22:11:00+02:00</dc:date><link>http://www.nasenst/blog/files/39a2a7377cbe7e576fa24426febb64fe-8.html#unique-entry-id-8</link><guid isPermaLink="true">http://www.nasenst/blog/files/39a2a7377cbe7e576fa24426febb64fe-8.html#unique-entry-id-8</guid><content:encoded><![CDATA[Per Zufall habe ich das Thema dieser Kolumne aufgegabelt. Die Debatte er&ouml;ffnete sich dar&uuml;ber ob Heugabeln drei oder vier Zinken haben. Jahrelang benutzen wir denselben Gabeltyp &ndash; n&auml;mlich den mit vier Zinken &ndash; sowohl f&uuml;r den Mist als auch um Heu aufzuladen. Das scheint aber offenbar ein Sakrileg zu sein.<br />Mit den Jahren wurde die verwendete Gabel mit dem dicken Holzstiel f&uuml;r unsere altersschwachen Arme doch etwas zu schwer, sodass wir uns nach einer neuen mit deutlich leichterem Gewicht umsahen. Dabei kam es eben zu der erw&auml;hnten Debatte.]]></content:encoded></item><item><title>Feedback</title><dc:subject>Kolumnen</dc:subject><dc:date>2019-08-11T19:04:00+02:00</dc:date><link>http://www.nasenst/blog/files/b49f7679eed2e8f01cdc308cae49accf-2.html#unique-entry-id-2</link><guid isPermaLink="true">http://www.nasenst/blog/files/b49f7679eed2e8f01cdc308cae49accf-2.html#unique-entry-id-2</guid><content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;"><span style="font:18px Times, Georgia, Courier, serif; ">Einer der mitreissendsten Professoren w&auml;hrend meines Medizinstudiums unterrichtete Biochemie. Im Rahmen der in dieser Sparte zum Teil sehr komplexen Zyklen kam eines Tages die Rede auf den Feedback-Mechanismus, den Regelmechanismus der Kybernetik. Darunter versteht man die zielgerichtete Steuerung eines technischen, biologischen oder sozialen Systems durch R&uuml;ckmeldung der Ergebnisse, wobei die Eingangsgr&ouml;sse durch &Auml;nderung der Ausgangsgr&ouml;sse beeinflusst werden kann.</span></p>]]></content:encoded></item><item><title>Auf- und Abs&#xe4;tze und ein Nachsatz</title><dc:subject>Kolumnen</dc:subject><dc:date>2019-07-30T17:45:00+02:00</dc:date><link>http://www.nasenst/blog/files/1310462b8045a24a5506c7a671c59e26-9.html#unique-entry-id-9</link><guid isPermaLink="true">http://www.nasenst/blog/files/1310462b8045a24a5506c7a671c59e26-9.html#unique-entry-id-9</guid><content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;"><span style="font:18px Times, Georgia, Courier, serif; ">Da wir uns aktuell im postfeministischen Zeitalter befinden, kann man ja getrost wieder einmal ein Thema anschneiden, bei dem &ndash; wenn auch nicht ganz wissenschaftlich unterf&uuml;ttert &ndash; fassbare Unterschiede zwischen M&auml;nnern und Frauen festzustellen sind.<br />Wenn es in der Schule galt einen Aufsatz zu schreiben, dann kriegte ich sofort Kopfschmerzen und Bauchweh. Die Aufgabe war f&uuml;r mich ein absoluter Albtraum. Nicht nur, dass mich sofort eine totale Einfallslosigkeit befiel, nein das Ringen um W&ouml;rter versursachte mir ein absolutes Unbehagen, fast bis zur &Uuml;belkeit.</span></p>]]></content:encoded></item><item><title>Sternzeichen Putzfrau</title><dc:subject>Kolumnen</dc:subject><dc:date>2019-06-08T17:47:00+02:00</dc:date><link>http://www.nasenst/blog/files/b525393f2f0dd7d0a40118ed402e00e0-11.html#unique-entry-id-11</link><guid isPermaLink="true">http://www.nasenst/blog/files/b525393f2f0dd7d0a40118ed402e00e0-11.html#unique-entry-id-11</guid><content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;"><span style="font:18px Times, Georgia, Courier, serif; ">Leiden Sie auch so sehr an der Leidenschaft Bekannte, Freunde, Arbeitskolleginnen oder Mitpendler in das Korsett eines Sternzeichens zu zw&auml;ngen? Dann wissen Sie ja bestens wovon ich rede. Der popul&auml;re Begriff &bdquo;Sternzeichen&ldquo;&nbsp;steht eigentlich f&uuml;r &bdquo;</span><span style="font:18px Times, Georgia, Courier, serif; "><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tierkreiszeichen%22%20%5Co%20%22Tierkreiszeichen">Tierkreiszeichen</a></span><span style="font:18px Times, Georgia, Courier, serif; ">&ldquo;, wie die auf den Ekliptiksternbildern beruhenden zw&ouml;lf Zeichen der westlichen Astrologie korrekt bezeichnet werden.</span></p>]]></content:encoded></item><item><title>Fordlandia oder eine kleine Geschichte des Kautschuks</title><dc:subject>Kolumnen</dc:subject><dc:date>2019-05-19T17:47:00+02:00</dc:date><link>http://www.nasenst/blog/files/27bd3c05d8081f60f97bfdd2fa76e4f6-12.html#unique-entry-id-12</link><guid isPermaLink="true">http://www.nasenst/blog/files/27bd3c05d8081f60f97bfdd2fa76e4f6-12.html#unique-entry-id-12</guid><content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;"><span style="font:18px Times, Georgia, Courier, serif; ">In dieser Plauderei geht es um den Kautschukboom, die T&uuml;cken der Monokulturen und eine Fehlinvestition von Henry Ford. Sie ist in f&uuml;nf Abschnitte gegliedert. <br />Im ersten Teil geht es darum, dass lange bevor Kautschuk f&uuml;r Autopneus und Kondome gebraucht wurde, die indogenen V&ouml;lker im Amazonasgenbiet das Material zum impr&auml;gnieren ihrer Kleidung und zur Herstellung von B&auml;llen benutzten. </span></p>]]></content:encoded></item><item><title>Kulinarische Correctness</title><dc:subject>Kolumnen</dc:subject><dc:date>2019-04-20T19:56:00+02:00</dc:date><link>http://www.nasenst/blog/files/2f9b27adee402244ca64a0d4f6f135ec-5.html#unique-entry-id-5</link><guid isPermaLink="true">http://www.nasenst/blog/files/2f9b27adee402244ca64a0d4f6f135ec-5.html#unique-entry-id-5</guid><content:encoded><![CDATA[Der Begriff &sbquo;political correctness&rsquo; ist ja seit geraumer Zeit in aller Leute Mund. Mit einem Beitrag zu diesem Thema kann man auch in Zeiten von sauren Gurken problemlos Schlagzeilen machen. In Europa mit seiner vorauseilenden Unterw&uuml;rfigkeit spricht man sogar von &sbquo;political overcorectness&rsquo;. Aber denken Sie jetzt bloss nicht, dies sei der tausenddreihundertf&uuml;nfundf&uuml;nfzigste Artikel zum Thema. Beileibe nicht.]]></content:encoded></item><item><title>4 K-Fernsehen</title><dc:subject>Kolumnen</dc:subject><dc:date>2019-03-13T19:55:00+01:00</dc:date><link>http://www.nasenst/blog/files/cb16bf65d8d5daf28e464831baec8b02-4.html#unique-entry-id-4</link><guid isPermaLink="true">http://www.nasenst/blog/files/cb16bf65d8d5daf28e464831baec8b02-4.html#unique-entry-id-4</guid><content:encoded><![CDATA[4 K-Fernseher sind momentan der absolute Renner. Gemeint sind damit Ger&auml;te mit knapp 4000 Bildpunkten in der Breite. Genau genommen sind es 3860.<br />Hier geht es aber nicht um die Ger&auml;te, sondern die Themenbereiche der allermeisten Sendeanstalten. Schon der Name Anstalt suggeriert ja, dass es mit dem IQ nicht zum Besten steht. Aber lassen wir das im Moment mal beiseite.<br />4 K steht hier f&uuml;r: Klima, Klamauk, Kochen und Krimis, denn zurzeit sind diese vier die unangefochtenen Leader-Themen im Fernsehen.]]></content:encoded></item></channel>
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