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Kolumnen

Lesen

Lesen hält jung und den Geist wach. Wenn Sie länger leben, ihren Stresslevel reduzieren, emotional intelligenter werden und ihren Wortschatz erweitern wollen, so sollten Sie möglichst viel lesen. Denn wer viele Bücher liest, lebt nachweislich gesünder.
Es scheint in der Tat wichtig, ob und wie viel man liest, leider etwas weniger was.
Das ist eigentlich schade, denn ich hätte mir gewünscht, dass das Lesen meiner Texte einen beträchtlichen Anteil an Ihrer Konzentrationsfähigkeit, Langlebigkeit und geistigen Frische hätte.
Lesen ist erwiesenermassen gesund. In einer 2016 publizierten Studie werteten Wissenschaftler am Institut für Gesundheitswesen der Universität Yale Gesundheitsdaten aus, die während zwölf Jahren erhoben worden waren. Sie kamen zum Schluss, dass regelmässige Lektüre die Lebenserwartung um durchschnittlich zwei Jahre verlängert. Dies offenbar dank der Stimulierung des Gehirns, der Verbesserung der Konzentrationsfähigkeit und der Verminderung von Stress. Dies alles sei dazu angetan, den Abbau kognitiver Fähigkeiten zu verhindern oder zumindest zu verzögern. Andere Faktoren wie Vermögensverhältnisse, Bildung oder sportliche Aktivitäten wurden bei der Studie herausgefiltert. Die Rede ist hier natürlich vom Bücher lesen. Es gibt zwar (noch) keine Studie dazu, aber wenn Sie nur SMS, WhatsApp-Mitteilungen, Ansichtskarten, Reklame, Gebrauchsanweisungen, Schundliteratur, Packungsbeilagen, das Fernsehprogramm oder Waschanleitungen lesen, werden diese Mechanismen wahrscheinlich nicht funktionieren. Nein, nein, Sie müssen schon ein ordentliches Buch zur Hand nehmen. Es muss ja nicht unbedingt « Die Suche nach der verlorenen Zeit», «Die Brüder Karamasow» oder «Ulysses» sein, an denen schon namhafte Vielleser gescheitert sind. Tatsache ist, dass ein Buch mit knapp 900 Seiten wohltemperierte Langeweile verströmt, aber vielen Bücherwürmern ist das eine zu grosse Bürde und sie möchten lieber etwas weniger Aufwendiges, etwas weniger die Konzentration Forderndes lesen. Ihnen kommt wohl der Artikel „Lesen – leicht gemacht“, der kürzlich in einem Printmedium erschienen ist, gerade gelegen. Ergänzt wurde der Beitrag durch eine Empfehlung der «besten Bücher unter 200 Seiten», mit den Argumenten „dünne Bücher lassen sich gut mitnehmen und sind schnell durchgelesen». Natürlich gibt es Leute, die sehr schnell lesen, wie es auch Vielleser und leidenschaftliche Leser gibt. Aber eigentlich besteht der Sinn des Lesens ja nicht darin in möglichst kurzer Zeit möglichst viele Bücher verschlungen zu haben. Der Schweizer Staatsrechtler und Laientheologe Carl Hilty äusserte sich diesbezüglich absolut treffend, wenn er meinte: „Die Bildung kommt nicht vom Lesen, sondern vom Nachdenken über das Gelesene.“
„Lesen hat etwas Eskapistisch-Subversives“ las ich kürzlich in einem Zeitungsartikel.
Nach länger Nachdenken, bin ich geneigt dem Eskapismus zuzustimmen, denn auch ich ertappe mich wiederholt, dass ich bei der Lektüre eines Buches vor der Realität und ihren Anforderungen in Illusionen oder in Zerstreuungen und Vergnügungen abdrifte.
Dem Subversiven kann ich jedoch nicht zustimmen. Vielmehr scheint mir dem Lesen etwas Egoistisches, Selbstsüchtiges und Abschottendes innezuwohnen. Etwas Schneckenhausartiges. Man zieht sich beim Lesen zurück in einen geistigen Innenraum, in dem eine eigene Welt entsteht. Das ist grundsätzlich ein phantastisches Gefühl, es amputiert einen aber aktuell auch von jeglicher Kommunikation mit Freunden, Kolleginnen, Angehörigen oder erschwert dieselbe zumindest.
Die Wirklichkeit ist wohl eben nicht so spannend, wie wenn davon erzählt wird. Das scheint auch einer der Hauptgründe zu sein warum man Bücher liest. Wenn man Bücher liest, muss man sich auf einen längeren Text konzentrieren. Dadurch trainiert man im Gehirn, Zusammenhänge abzuspeichern und sich grammatikalische sowie orthografische Regeln zu merken. Man muss auch mehrere Sätze nacheinander im Gedächtnis behalten, um überhaupt den Sinn einer Geschichte nachzuvollziehen. Das ist etwas komplett anderes, als wenn man zum Beispiel einen Post liest.
Wir brauchen langsames, vertieftes Lesen, um unser Denken zu schulen.
Das menschliche Gehirn kennt zwei Arten des Lesens: Die erste Art ist die nackte Aufnahme von Information, das Entschlüsseln von Buchstaben. So lernen wir als Kind lesen. Aber mit den Jahren entwickelt sich unser Gehirn weiter und wir lernen unser eigenes Hintergrundwissen mit dem zu verknüpfen, was wir gerade lesen. Ebenso lernen wir, in einem Text unseren eigenen Standpunkt zu verlassen und in den Standpunkt einer Autorin, eines Autors einzutauchen. Wir lernen Abstraktion. Wir lernen Empathie. Dazu sind anspruchsvolle kognitive Fähigkeiten nötig: Schlussfolgerungen ziehen zu können, Assoziationen zu bilden, unterschiedliche Konzepte zusammenzubringen. Eine kritische Analyse der Argumente vorzunehmen. Das muss man üben.
Lesen, Schreiben und Rechnen sind Grundlegende Kompetenzen, die man für eine aktive und erfolgreiche Teilnahme an der Gesellschaft braucht. Zwei griechische Philosophen sahen dies jedoch nicht so. Genauso wie Platon die Schrift verteufelt hat, verunglimpfte Sokrates das Lesen, denn er soll gesagt haben, dass „diejenigen, welche lernen zu lesen, lernen bei dieser Gelegenheit auch ihr Gedächtnis zu töten.“ Aber auch in späteren Jahrhunderten ist das Lesen wiederholt schlechtgemacht worden. Die Gedanken und Gefühle, die Lesen heraufbeschwört, kann keine Obrigkeit kontrollieren, weshalb es im 18. Jahrhundert - gewissermassen als Schattenwurf der Aufklärung -erregte Debatten gab über eine angeblich verderbliche Lesesucht. Vor allem Frauen mit dem Hang Liebesromane zu verschlingen, könne einsame Lektüre auf Abwege führen, hiess es. Zeitverschwendung sei Lesen ohnehin, war ein Dogma jener Zeit.
Doch, wie liest man richtig? Menschen lesen auf unterschiedlichste Weise und sind somit dabei verschiedenartig schnell. Drei Arten des normalen Lesens werden unterschieden. Erstens: Die Subvokalisation. Darunter versteht man stilles Lesen. Die Worte werden innerlich mitgesprochen. Das ist die langsamste Art des Lesens. Zweitens: Lautes Lesen. Dabei wird der Text laut vorgelesen. Diese Art des Lesens ist etwas schneller. Drittens: Das visuelle Lesen. Hierbei werden die Worte vom Auge direkt erfasst und verstanden, ohne dass man sich deren Klang vorstellen muss. Dies ist die schnellste Leseart. Eine weitere schnelle Art des Lesens ist das Querlesen. Querlesen, auch Diagonallesen genannt, ist eine Lesetechnik, mit der man den Inhalt eines Textes, schnell erfasst. Die Bedeutung von Querlesen ist also, in kurzer Zeit einen Überblick über den Text zu bekommen, ohne dass man jedes einzelne Wort lesen muss. Eine hohe Leseeffizienz sozusagen. Verschiedene Techniken vermitteln einem das Querlesen. Bei der einen sucht man sich ein oder zwei Schlüsselwörter aus. Nun überfliegt man den Text Zeile für Zeile und sucht genau nach diesen beiden Wörtern. Wenn das ein paar Mal geklappt hat, kann man in der Folge zwei Zeilen gleichzeitig überfliegen. Bei der zweiten Methode unterteilt man als Übung einen beliebigen Text gedanklich in mehrere Diagonalen. Nachdem dieser Schritt gemeistert ist, kann man in der Folge die Anzahl der Diagonalen reduzieren, um grössere Textblöcke überfliegen zu können. Sie können auf diese Tipps getrost verzichten, denn Sie wollen ja wahrscheinlich kein Fast-Food-Leser werden, der Texte unzerkaut verschluckt und das Gelesene unverdaut archiviert. Denken Sie doch nur an die armen Schriftsteller, die einen gewaltigen Aufwand betreiben, um Ihnen Texte mit einer ausgefeilten Sprache, treffenden Ausdrücken und einem pfiffigen, aussergewöhnlichen Vokabular zu präsentieren. Anstatt zu schlafen ringen viele Autoren zäh um eine leichtfüssige Sprache, gewandte Formulierungen und eine perfekte Satzstellung. Sie begeben sich auf die beschwerliche Suche nach dem idealen Satz, den es jedenfalls nur in Träumen gibt und nehmen die mühsame Hatz und Jagd nach pointierten Worten auf sich. Man könnte es absolut als Affront bezeichnen, diese Texte so schnoddrig, unschicklich und beleidigend zu überlesen.
Zum Thema Lesen haben sich viele mehr oder auch weniger berühmte Personen geäussert. «Lesen ist Denken mit fremdem Gehirn», sagte der argentinische Schriftsteller und berüchtigte Vielleser Jorge Luis Borges, «Die nützlichsten Bücher sind die, die den Leser anregen, sie zu ergänzen.“ äusserte der französische Schriftsteller und Philosoph Voltaire. „Ich war auch mal einige Zeit Buchhändler, gab das aber auf, weil die Kunden mich immer beim Lesen störten.“ meinte Mark Twain, „Ein Leser hats gut: er kann sich seine Schriftsteller aussuchen,“ Kurt Tucholsky. Der österreichische Schriftsteller und Publizist Karl Kraus wiederum sagte: „Wo nehm’ ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen?“ und in der Novelle „Ein fliehendes Pferd“ von Martin Walser wird ein Text des Protagonisten Klaus Buch zitiert: „Leser sind eine grüne Lunge der Menschheit.“
Doch zurück zum Thema Lesen und Gesundheit respektive Wohlbefinden. Wenn Sie sich fragen, ob es wichtig sei, ob und wieviel jemand lese, so ist die Antwortdefinitiv Ja, denn wer viele Bücher liest, lebt – wie erwähnt - nachweislich gesünder. Lesen ist Ausdruck von Neugier und Wissensdurst, es zeugt von der Bereitschaft, sich auf anderes und andere einzulassen. Wer jeden Abend mindestens sechs Minuten in einem Buch liest - so das Ergebnis eine umfangreichen Studie - reduziert seinen Stresslevel um fast 70 Prozent und wird emotional intelligenter. Leserinnen und Leser sind deshalb meist anregendere Gesprächspartner als Nicht-Leser, sofern erstere nicht der Angewohnheit verfallen, langatmig über ihre Lektüren zu referieren.
Aber wie viele Bücher liest ein Mensch in seinem Leben oder kann er während seiner Existenz lesen? Nehmen wir mal an eine lesesüchtige Person lese während 60 Jahren durch schnittlich zwei Bücher pro Woche, so ergibt dies mehr al 6000 Bücher. Bei Leuten, die nicht professionell lesen, wie etwa eine Verlagslektorin oder ein Rezensent, liegt die Zahl logischerweise deutlich tiefer, selbst bei gewaltigem Lesehunger. Die rund 5000 Bücher, die eine langlebige Vielleserin oder ein unverwüstlicher Vielleser in seiner irdischen Existenz bewältigen, reichen nicht einmal aus um die sogenannte Weltliteratur abzudecken. Selbst Personen, die einem das Gefühl vermitteln, ihre Belesenheit sei so tief wie der Marianen-Graben und so breit wie der Amazonas, haben vieles von dem, was zum weltliterarischen Kanon gehört, nicht gelesen.
Das Bewusstsein um die eigene Lese-Endlichkeit provoziert je nach Charakter und Temperament zwei unterschiedliche Reaktionen: Erstens, diejenige, die einen Aufruf des deutschen Schriftstellers Arno Schmidt wiederspiegelt: «Sie haben einfach keine Zeit, Kitsch oder auch nur Durchschnittliches zu lesen!». Zweitens, die Ignorierung jeglichen Kanons mit unbeschwertem Lesen nach dem Zufalls- oder Lustprinzip, weil ja ohnehin gewaltige Lücken bleiben werden.
Wer viel liest, erweitert also nicht nur seinen Wortschatz, sondern er wird auch von verschiedenen Schreibstilen inspiriert und verbessert dadurch seine Fähigkeit des Schreibens. Dank dem Lesen über andere Charaktere und ihre Lebensumstände kommen wir auf Ideen, die wir für unser eigenes Leben anwenden können.
Bei der aktuellen Informationsflut ist der Entscheid, welchen Text ich lese und wenn ja, ob ich ihn bis zum Ende lese, einer der wichtigsten. Beim ersten Unwort, ob Anglizismus, logisch oder inhaltlich falsche Composita wie 'Lehrperson', 'Arbeitnehmer', geschlechtsbezogene Verunstaltung wie Partizip Präsens oder Rollenauflistungen wie 'Bürgerinnen und Bürger', sollte man das Lesen einstellen. Das gibt einem die Chance ein vernünftiges Tagespensum zu schaffen und man verpasst garantiert nichts.
Entgegen anders lautenden Meinungen, kommt es irgendwie halt doch drauf an, was man liest, ansonsten würde ich Sie ja nicht beim Lesen dieses Textes antreffen. So empfiehlt zum Beispiel der renommierte Neurologe Richard Restak auch im Alter viele Romane zu lesen. Leider weichen Leute mit beginnenden Gedächtnisproblemen häufig auf Sachbücher aus, erklärt der Hirnforscher. Wer fiktionale Literatur liest, benötigt mehr aktive Auseinandersetzung mit dem Text und trainiert so sein Hirn, erklärt Restak. Sachbücher seien dafür weniger geeignet. Dasselbe gilt wahrscheinlich auch für Kochbücher, Biographien und Ratgeber. Fiktionale Geschichten benötigen offenbar mehr aktive Auseinandersetzung mit dem Text, da man sich merken muss, wie eine Figur charakterisiert wird oder was sie gemacht hat, um die Handlung später im Buch zu verstehen.
Die Vielschichtigkeit des Leseaktes spiegelt sich in den Einschätzungen, Bildern und Assoziationen wider, die er hervorruft.
Leider sinkt heutzutage das Lesevermögen wieder. Besonders einschneidend bei jenen Personen, die ab Ende der 90er-Jahre des letzten Jahrhunderts zur Welt gekommen sind. Internationale Vergleichsstudien wie PISA (Programme for International Student Assessment) oder PIRLS (Progress in International Reading Literacy Study) zeigen nur allzu deutlich, dass die jüngere Generation weder bei der gelesenen Textmenge pro Zeiteinheit noch beim Textverständnis mithält. Sowohl Lesefreude wie auch Lesekompetenz schwinden.
Das Kernproblem der mangelnden Lesekompetenz nicht weniger junger Menschen liegt beim Verstehen. Konzentrierte Lektüre wird seltener. Usanz ist heute das Lesen von WhatsApp-Nachrichten und von flüchtig gescannten Kurztexten. Das gehört zum Leben junger Leute. Ihr Lesemodus besteht im Überfliegen von Texten und im Gebrauch von Tablets oder Smartphones: Fast-Food-Information, in Sekundenhäppchen präsentiert und konsumiert. Wie soll man da Gedanken zu Isaak Newton oder Charles Darwin verstehen? Dabei unterbrechen Alerts die Lektüre zusätzlich jederzeit. Wer in den sozialen Netzwerken viele Freunde kennt, wird täglich von ultrakurzen Videoausschnitten förmlich überschwemmt. Mit Bildwelten aber kann sich kein Denken verbinden. Sie rauschen unkontrolliert oder unreflektiert an einem vorbei.
Kommt hinzu, dass elektronische Geräte – anders als gedruckte Bücher – kaum eine materielle Orientierung im Text ermöglichen. Dies schmälert die kognitive Weiterentwicklung und führt zu Problemen des Verstehens, wie auch der Akzeptanz. Nichtalltägliche Texte lesen und deren Sinn verstehen, wird so für manche Schüler zur Schwerstarbeit und die Aufgabe einer differenzierten Versprachlichung zu einer subjektiven Zumutung.
Erlauben Sie mir hier einen kleinen Einschub betreffend des Lesens von digitalen Texten. Wie nicht anders zu erwarten ist, existiert eine Plethora von Studien bezüglich des Unterschiedes zwischen dem Lesen von analogen und dem von digitalen Texten.
« Digitale Texte rauschen vorbei, » sagt Sabine Anselm, Professorin für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Digitales Lesen entspreche einer Häppchenlektüre. Es sei wichtig zunächst einmal im, Analogen zu lernen, das Digitale komme erst danach hinzu, denn digitales Lesen bedeute immer Leseunterbrechungen mit Werbung, Bildern oder Links. Im Analogen gibt es signifikant weniger Ablenkungen. Wenn man an einem digitalen Endgerät liest, so animiert das erwiesenermassen immer zu einem schnellen, überfliegenden Lesen. Leider empfinden ältere Jugendliche analoges Lesen als langweilig, weil digitale Texte eben schneller vorbeirauschen. Aber das Digitale ist eben kein vollständiger Ersatz für das analoge Lernen. Es ist nach Anselm nur dann gut, wenn sonst gar nichts stattfinden kann. Betreffend ihrer Studenten sagt sie, dass wer Texte lediglich auf dem Display gelesen habe, sie meist weniger gut durchgearbeitet und verstanden habe als diejenigen, welche die Texte auf Papier vorliegen hatten. Man spricht in diesem Zusammenhang von „Bildschirmunterlegenheit“.
Seit einiger Zeit fungieren jedoch Instagram, TikTok und YouTube als Austauschplattformen für Leserinnen, Autoren und Verlage in Form von Bookstagram, BookTok und BookTube. Folglich sind auch Bookstagrammer und Bookfluencer ein fester Bestandteil einer neuen Buchkultur im Web. Und erstere sind nota bene ja Mitglieder der jüngeren Generationen. So entstehen beispielsweise grosse Netzwerke von Lesern, welche die gleichen Bookfluencer verfolgen, die gleichen Genres lesen und diese Medien primär nutzen, um sich über ihr Hobby, das Lesen, auszutauschen. In der Tat gehen auf Tiktok neuerdings Videos unter dem Hashtag #Booktok viral. Die Plattform ist ein digitaler Buchclub mit riesigem Erfolg. Über 50 Milliarden Aufrufe hat der erwähnte Hashtag bisher erreicht. Auf Tiktok, das eigentlich bekannt ist für
Videos von 1-Minuten-Rezepten, singenden Gegenständen und Tieren oder Entspannungs- und Kunstvideos wird ganz schön viel gelesen, und zwar Bücher.
Lassen wir zum Schluss die französische Schriftstellerin Marguerite Duras zu Wort kommen: «Lire est la plus belle des routines (Lesen ist die schönste aller Routinen).»