Nasenstüber

Kolumnen

December 2022

Hintergründe

Die Mitglieder meiner Generation erinnern sich bestens und gerne an das Cover, welches die LP „Abbey Road“ der Beatles schmückte. Die vier Pilzköpfe aus Liverpool, wie sie im Gänsemarsch tüchtig ausschreitend einen Zebrastreifen (Fussgängerstreifen) der gleichnamigen Strasse überqueren. Doch den Hintergrund des Bildes haben wir alle nicht mehr im Kopf. (Zur Erinnerung: Man sieht eine endlos erscheinende, schnurgerade verlaufende Strasse, links – mit zwei Rädern auf dem Trottoir - steht ein weisser VW-Käfer und am rechten Strassenrand ist, nebst mehreren anderen Autos, zuvorderst ein London-Taxi parkiert.)
So geht es uns doch mit vielen Hintergründen. Dabei sind es gerade die, welche viele Bilder aber auch Fotographien zu dem machen was sie sind. Bedenken Sie bloss, dass die meisten Selfies ja in der Regel vor einer imposanten, exklusiven, landschaftlich ausserordentlichen oder kulturell trächtigen Kulisse gemacht werden.
Und dann gab es damals auch diesen berühmten Film, der auf einem Detail im Hintergrund des Bilder eines Fotografen basierte: „Blow up“. Sie erinnern sich:
Der erfolgreiche Fotograf Thomas arbeitet im London der 60er Jahre an einem Bildband mit Strassenfotografien. Auf der Suche nach weiteren Motiven macht er in einem Park Fotos von einem Paar, das er jedoch nicht um Erlaubnis gefragt hat, worauf die Dame von ihm die Herausgabe der Fotos verlangt. Sie sagt, dass der Mann, mit dem sie im Park war, ihr Geliebter sei und die Bilder daher vernichtet werden müssten. Der Fotograf überreicht ihr eine Filmpatrone, aber diejenige eines anderen Films. Beim Vergrössern, dem „blow up“, der Fotos des Paares, entdeckt Thomas abseits im Gebüsch einen Mann mit einer Pistole mit Schalldämpfer. Auf Abzügen späterer Fotos ist der Geliebte der Frau reglos unter einem Baum liegend zu sehen. Der Fotograf ist verunsichert. Hat er einen Mord fotografiert?Weiterlesen...