Senf macht dumm
02/07/26 13:24
«Nimm nicht zu viel, Senf macht dumm,» hatte mein Vater oft gepredigt. Aber trotz der Hunderten von Hotdogs mit Senf, Bratwürsten und Cervelats mit ebendiesem habe ich die Universität geschafft. Nicht alle Ermahnungen meiner Eltern habe ich in den Wind geschlagen, aber den – gelegentlich etwas übermässigen – Genuss von Senf liess ich mir nicht nehmen. Dabei bin ich in bester Gesellschaft: Der französische König Louis XI. ging offenbar nie ohne sein Senftöpfchen aus seiner Residenz, aus lauter Angst, dass er einmal bei senfabstinenten Barbaren übernachten müsste, Papst Johannes XXII. wiederum ernannte einen seiner Neffen zum „Grand moutardier du Pape“, zum „Grossen päpstlichen Senfbewahrer“ und der Sonnenkönig Louis XIV. war vom Senf derart begeistert, dass er ihm ein eigenes Wappen gab.
Die guten Eigenschaften dieses Gewürzes waren meinem Vater offenbar nicht so bewusst. Als Gewürz wurde Senf in China war schon vor 3000 Jahren geschätzt aber die alten Ägypter erkannten, dass Senf Eigenschaften eines Heilmittel hat. Die Römer brachten die kleinen Samenkörner später von ihren Feldzügen aus Asien mit und verbreiteten sie im gesamten Reich. Zu dieser Zeit galt Senf nicht nur als Speisewürze, sondern eben vor allem als Heilmittel. Der griechische Arzt Pedanios Dioskurides beschrieb bereits im ersten nachchristlichen Jahrhundert in seiner "Materia Medica" die heilende Wirkung von Senf. Die Römer entdeckten etwa zur gleichen Zeit die starke Würzkraft von Senf und übernahmen von den Griechen das Wissen um seine Heilkraft. Das erste überlieferte Senfrezept verdanken wir Palladius aus dem 4. nachchristlichen Jahrhundert. Er vermischte zerstossene Senfkörner mit Honig, Olivenöl und Essig. Zum Anrühren von Senf wurde früher hauptsächlich Most benutzt, also unvergorener Fruchtsaft. Aus diesem Grund ist der Begriff „Mostrich“ für Senf im Deutschen auch weit verbreitet. Im 8. Jahrhundert wird Senf in einer Schrift Karls des Grossen erstmals in Mitteleuropa erwähnt und wurde - von Pflanzungen der Araber in Spanien aus verbreitet – bald zu einem wichtigen Gewürz. Vor der breiten Verfügbarkeit von Pfeffer und später auch Chili waren Senf und Meerrettich die einzigen scharfen Gewürze, die europäischen Köchen zur Verfügung standen, entsprechend weit waren sie denn auch verbreitet. Im 14. Jahrhundert schliesslich erliessen die Herzöge von Burgund strenge Qualitätsrichtlinien für Senf und legten so den Grundstein für den Aufstieg der Stadt Dijon, die danach das Monopol zur Senfherstellung erhielt.
Senf gilt seit mehreren Jahrhunderten als eines der am weitest verbreiteten, angebauten und verwendeten Gewürze in der Welt. Senf ist ein unscheinbar blühendes Wildkraut, das im Mittelmeer beheimatet ist. Dort wird es schon seit der Antike angebaut. Botanisch ist der Senf ein Kreuzblütler und mit Raps, Rettich und Kresse verwandt. Insgesamt gibt es über 40 Senfarten. Für die Herstellung werden aber vor allem zwei Sorten verwendet, einerseits der schärfere braune Senf (auch als schwarzer Senf bezeichnet) und andererseits der milde weisse Senf. Diese beiden Sorten werden zur Senfherstellung, je nach erwünschtem Schärfegrad, in unterschiedlichen Mengenverhältnissen gemischt. Gemahlen schmeckt Senf erst einmal nicht scharf. Die für die Schärfe verantwortlichen ätherischen Senföle liegen im Senf nämlich gebunden vor und werden erst durch den Kontakt mit Flüssigkeit freigesetzt.
Senf unterstützt auch die Verdauung. Verantwortlich dafür sind wiederum die ätherischen Öle. Diese regen nämlich den Speichelfluss und die Magensaftproduktion an. Darüber hinaus legen neuere Studien nahe, dass die im Senf enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe im Darmtrakt antimikrobielle und sogar krebsvorbeugende Wirkungen haben. Relevant ist auch der Hinweis, dass der Einsatz von Senf nie übertrieben werden sollte, aber nicht in dem Sinne, wie es mein Vater meinte, sondern weil es sonst als Nebenwirkung zu Hautrötungen und Reizungen kommen kann. Dumm macht Senf definitiv nicht.
Was mich mein Vater auch des Öfteren fragte war: «Musst Du zu Allem Deinen Senf dazu geben?»
Senf gilt seit mehreren Jahrhunderten als eines der am weitest verbreiteten, angebauten und verwendeten Gewürze in der Welt. Senf ist ein unscheinbar blühendes Wildkraut, das im Mittelmeer beheimatet ist. Dort wird es schon seit der Antike angebaut. Botanisch ist der Senf ein Kreuzblütler und mit Raps, Rettich und Kresse verwandt. Insgesamt gibt es über 40 Senfarten. Für die Herstellung werden aber vor allem zwei Sorten verwendet, einerseits der schärfere braune Senf (auch als schwarzer Senf bezeichnet) und andererseits der milde weisse Senf. Diese beiden Sorten werden zur Senfherstellung, je nach erwünschtem Schärfegrad, in unterschiedlichen Mengenverhältnissen gemischt. Gemahlen schmeckt Senf erst einmal nicht scharf. Die für die Schärfe verantwortlichen ätherischen Senföle liegen im Senf nämlich gebunden vor und werden erst durch den Kontakt mit Flüssigkeit freigesetzt.
Senf unterstützt auch die Verdauung. Verantwortlich dafür sind wiederum die ätherischen Öle. Diese regen nämlich den Speichelfluss und die Magensaftproduktion an. Darüber hinaus legen neuere Studien nahe, dass die im Senf enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe im Darmtrakt antimikrobielle und sogar krebsvorbeugende Wirkungen haben. Relevant ist auch der Hinweis, dass der Einsatz von Senf nie übertrieben werden sollte, aber nicht in dem Sinne, wie es mein Vater meinte, sondern weil es sonst als Nebenwirkung zu Hautrötungen und Reizungen kommen kann. Dumm macht Senf definitiv nicht.
Was mich mein Vater auch des Öfteren fragte war: «Musst Du zu Allem Deinen Senf dazu geben?»